Europäische Zentralbank
Zinsen werden nur bei verschlechterten Daten gesenkt

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins angesichts der konjunkturellen Einschätzung und der monetären Analyse angemessen, so die EZB. Senken würde man den Leitzins nur, wenn sich die Wirtschaftsdaten verschlechtern
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank würde nach Aussage ihres Ratsmitglieds Jens Weidmann den Leitzins nur senken, wenn sich die Wirtschaftsdaten verschlechtern.

Die Zinsen seien angesichts der konjunkturellen Einschätzung, der Inflationseinschätzung und der monetären Analyse in Ordnung, sagte Weidmann am Freitag auf einer Pressekonferenz in Washington. „Aber wenn sich die Daten ändern, werden wir auch die Zinsen neu untersuchen.“

Der EZB-Rat beließ auf seiner letzten Sitzung am 4. April in Frankfurt den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Gleichzeitig signalisierte EZB-Präsident Mario Draghi aber angesichts wachsender Zweifel an der für den weiteren Jahresverlauf erwarteten Erholung, dass die Notenbank eine Reihe von Maßnahmen in Erwägung zieht, einschließlich einer Zinssenkung.

An einen etwaigen Zinsschnitt sollte man keine übersteigerten Erwartungen richten, sagte Weidmann am Freitag. Die Geldpolitik könne Strukturprobleme in der Eurozone nicht lösen.

Auf die Frage, was die EZB tun könne, um die Kreditvergabe an kleine und mittelgroße Unternehmen im südlichen Europa zu fördern, sagte Weidmann, „in höheren Zinsen kann sich auch einfach ein gestiegenes Kreditrisiko niederschlagen. Das Kreditrisiko ist nichts, das die Notenbank aus dem Markt nehmen sollte.“

Was die Notenbank tun könne, sei, Liquidität bereitzustellen, sagte der Bundesbankpräsident. Das sei mit zwei LTROs bereits geschehen und habe auch dazu beigetragen, Finanzierungsprobleme in Europa zu lösen.

Auf die Frage nach der geplanten Ausweitung des Bondkaufprogramms der japanischen Zentralbank erwiderte Weidmann, die Geldpolitik dürfe niemals die Wechselkurse manipulieren.

Agentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Europäische Zentralbank: Zinsen werden nur bei verschlechterten Daten gesenkt"

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  • Das alte Spiel, die EZB muss warten bis die Bundestagswahlen in Deutschland vorbei sind, wollen doch die Kinderlein nicht erschrecken. Das die Europäischen Politiker wende Hälse sind ist alt bekannt. Wie schlecht muss es denn der EU Wirtschaft den noch gehen bis die EZB handelt. Sogar die Deutschen Wirtschaft verschlechtert sich.

  • "Die Europäische Zentralbank würde nach Aussage ihres Ratsmitglieds Jens Weidmann den Leitzins nur senken, wenn sich die Wirtschaftsdaten verschlechtern."

    Naja, ist ja schön, dass Herr Weidmann die Fahne des stabilen Geldes gegen die Weichspüler und Kreditbetrüger aller Orten hoch hält, nur offenbart doch dieser eine Satz das ganze Euro-Dilemma. Die Frage ist nämlich: Wessen Wirtschaftsdaten? Dass die italienischen und französischen sich verschlechtern werden, wenn weiter so regiert oder nicht regiert wird, ist ja absehbar.

    Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwieweit überhaupt laschere Kreditstandards für nachhaltige Wirtschaftsbelebeung sorgen können oder nur ein irreführendes Schneeballsystem eigentlich unrentabler Produktion schaffen, welches einen anstehenden (ggfls. durchaus extrem grundlegenden, die Phantasie der meisten Beobachter übersteigenden!) Werte- und Strukturwandel verhindert, indem es das überlebte Bestehende subventioniert.


  • Sollte die spätere Zinssenkung ebenfalls wie bisher "verrauchen", was dann ? Rauchende Colts ? Berne der Weichmacher , Draghi und Klugman auf der Rennstrecke rund um Europa. Mobiles Feuereinsatzkommando.

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