Europäischer Rettungsfonds: Standard & Poor's stuft EFSF-Bestnote ab

Europäischer Rettungsfonds
Standard & Poor's stuft EFSF-Bestnote ab

Nachdem Standard & Poor's gleich neun Euro-Länder auf einmal herabgestuft hat, trifft es nun auch Europas Waffe gegen die Schuldenkrise. Der Handlungsspielraum des EFSF soll trotzdem unverändert bleiben.
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London/Luxemburg/Berlin/BrüsselEnde der Erstklassigkeit: Nach Frankreich und Österreich hat auch der milliardenschwere Euro-Rettungsfonds EFSF die höchste Kreditwürdigkeit verloren. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's stufte am Montagabend die Bonität von Bestnote „AAA“ auf „AA+“ zurück und begründete den Schritt damit, dass französische und österreichische Anleihen ihre Top-Bonität verloren hätten. Anleger orientieren sich an dieser Einstufung und könnten künftig deshalb etwas höhere Zinsen für EFSF-Anleihen verlangen.

Diesen Schritt hatten die Finanzmärkte nach der Abstufung von neun Euro-Staaten, die für den Fonds bürgen, am Freitag durch S&P erwartet. Die europäischen Börsen und Finanzmärkte hatten insgesamt gelassen auf die Neubewertung reagiert, allerdings waren die Handelsplätze in den USA am Montag geschlossen. Frankreich besorgte sich zu sehr günstigen Zinsen frisches Kapital.

EFSF-Chef Klaus Regling unterstrich in Luxemburg, dass der Fonds weiter handlungsfähig sei und über ausreichende Mittel verfüge, den Verpflichtungen nachzukommen. Außerdem sei der Fonds nur durch eine der drei großen Agenturen abgestuft worden.

Die Bundesregierung betonte bereits vor der Herabstufung, die Finanzierung des Fonds sei sicher. Seine Ausstattung müsse nicht vergrößert werden.

Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, sieht die etwas schlechtere Bonität des EFSF gelassen. Zu der Entscheidung der US-Ratingagentur erklärte Juncker am Montagabend: „Wir nehmen das zur Kenntnis und werden die Folgen der Entscheidung (...) bewerten.“ Juncker hob hervor, dass der EFSF nach „AAA“ noch immer die sehr gute Bewertung „AA+“ habe. Zudem ließen die anderen beiden großen US-Ratingagenturen, Fitch und Moody's, nicht erkennen, etwas an der Top-Bonität des EFSF ändern zu wollen.

„Die Entscheidung von S&P wird die Ausleihkapazität des EFSF von 440 Milliarden Euro nicht verringern“, schrieb der Vorsitzende der 17 Euro-Finanzminister in einer am Montagabend verbreiteten Mitteilung hingewiesen. Der Fonds habe ausreichend Mittel, seine Verpflichtungen zu erfüllen.

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  • Interessante Parallele zwischen Wulff & S'n'P:

    Frankreich hat heute zu einem _besseren_ ZIns seine Papiere verkauft als die letzten. Und die deutsche Bevölkerung findet mittlerweile, daß die eigentlichen Verbrecher in den Zeitungsstuben sitzen.

    Also, was soll's - jeder ruiniert halt das, was vorher vielleicht noch guter Ruf gewesen sein mag.

    Die Herabstufung des ESF hat man heute wahrscheinlich in Luxembourg vervielfältigen und auf den Toiletten auslegen lassen. Nicht zur Lektüre ...

  • Die Menschen schreien nach Gerechtigkeit.Bestimmt eine manipulierte Rating-Agentur. Sollte alles ignoriert werden?
    Im 21 Jahrhundert jedes Jahr ein Opfer Generation wegen korrupter Politiker. Korruption und Wirtschaft passt nie zusammen.

  • Wenn Dummheit weh tun würde, würden sie den ganzen Tag schmerzen haben, Knucklehead!!!

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