Europaweit wenig Veränderungen
Angst um Arbeitslosigkeit drückt Kauflust

Die Befürchtungen haben sich bestätigt. Der seit drei Monaten anhaltende Stimmungsaufschwung unter Deutschlands Konsumenten ist im Februar 2005 unterbrochen worden. Der Index des Icon-Konsumbarometers sank deutlich um drei Punkte auf 85.

HB NÜRNBERG. Der Grund für die Stimmungsverschlechterung ist schnell ausgemacht. Trotz aller Relativierungen und statistischer Interpretationen hat die Zahl von 5 Mio. Arbeitslosen die Deutschen kräftig verunsichert.

Die Befürchtungen, dass die Arbeitslosigkeit weiter ansteigen könnte, sind beträchtlich gewachsen. Insofern wird deutlich, dass die Angst um den Arbeitsplatz der eigentliche Grund für die Kaufzurückhaltung der Konsumenten ist. Das bedeutet, erst wenn ein signifikanter Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu vermelden ist, wird sich auch die Stimmungslage der Bundesbürger verbessern.

Immerhin ist trotz der Hiobsbotschaft erstaunlich, dass sich die Anschaffungsneigung für langlebige Gebrauchsgüter nicht verschlechtert hat und auch die Sparneigung nicht weiter gestiegen ist. Deutschlands Konsumenten wollen also durchaus optimistischer sein, nur die Rahmenbedingungen lassen es offenbar nicht zu. Ohne eine Belebung des privaten Konsums wird die Binnenkonjunktur kaum anspringen. Denn der Anteil des privaten Verbrauchs am Bruttoinlandsprodukt liegt inzwischen bei 58,6 Prozent.

Europaweit haben sich wenig Veränderungen ergeben. Der europäische Consumer Confidence Indicator verharrt in der Euro Area nun bereits im sechsten Monat hintereinander auf dem Wert von 87 Punkten. Den Spitzenplatz mit jeweils 116 Punkten teilen sich die Finnen und die Dänen vor den Schweden mit 108 Punkten.

Deutschland ist wieder etwas zurückgefallen und hat seinen Platz mit den Franzosen getauscht, deren Stimmung sich um drei Punkte auf 86 verbessert hat. Schlusslicht in der europäischen Rangliste ist Zypern mit einem Wert von 64, allerdings nur knapp davor die Portugiesen mit einem Wert von 66 Punkten.

Der im Konsumbarometer dargestellten Konsumentenstimmung liegen von der EU-Kommission in Brüssel in Auftrag gegebene monatliche Befragungen bei 2.000 Verbrauchern in den alten Bundesländern zugrunde. Regelmäßig werden dabei in allen EU-Ländern (außer Luxemburg) die Einschätzung und Erwartung der gesamtwirtschaftlichen Lage, die Einschätzung und Erwartung der finanziellen Situation des eigenen Haushalts sowie die Anschaffungsbereitschaft der Konsumenten für langlebige Gebrauchsgüter untersucht.

Ein Indexwert von 100 stellt dabei das Gleichgewicht zwischen optimistischen und pessimistischen Einschätzungen der Verbraucher dar. Bei einem Indexwert von über 100 überwiegen somit die Optimisten, bei einem Indexwert von unter 100 dagegen die Pessimisten.

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