Euroraum
EZB: Konjunktur wird 2009 schwach bleiben

Die Konjunkturschwäche im Euroraum wird sich nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in den kommenden Quartalen fortsetzen. Der Inflationsdruck hat sich laut EZB unterdessen weiter abgeschwächt.

HB FRANKFURT. Grund für die Konjunkturschwäche seien die Spannungen auf den Finanzmärkten, die sich weiterhin auf die Welt- und die Binnenwirtschaft auswirken würden, schreibt die Notenbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht: „Insgesamt bleibt der Grad der Unsicherheit außerordentlich hoch.“ Allerdings stützten in den kommenden Monaten die seit Mitte 2008 stark gefallenen Rohstoffpreise das verfügbare Einkommen und damit den Konsum. Zugleich gebe es erste Anzeichen einer Stabilisierung - „auf historisch niedrigem Niveau“.

Der Inflationsdruck hat sich laut EZB unterdessen weiter abgeschwächt. Mittelfristig sei mit Inflationsraten zu rechnen, die im Einklang mit Preisstabilität stünden. Die EZB sieht ein stabiles Preisniveau bei Teuerungsraten von knapp zwei Prozent. Im Januar hatte die Inflationsrate im Euroraum mit 1,1 Prozent aber deutlich unter diesem Zielwert gelegen. Für den Jahresverlauf 2009 geht die Notenbank von einer zum Teil starken Volatilität bei der Teuerung aus. Kurzfristige Schwankungen seien jedoch für eine mittelfristig ausgerichtete Geldpolitik nicht ausschlaggebend. Alle Entwicklungen würden nach wie vor sehr genau beobachtet.

Eine Befragung der EZB bei Experten für das erste Quartal hat deutlich geringere Wachstums- und Inflationserwartung für 2009 und 2010 ergeben. Die Experten erwarteten für das laufende Jahr mit 0,9 Prozent statt bisher 2,2 Prozent eine deutlich niedrigere Inflationsrate als bisher. Für 2010 wird nun eine Inflation von 1,6 Prozent statt bisher 2,0 Prozent veranschlagt.

Für das Wirtschaftswachstum zeigten sich die befragten Experten deutlich pessimistischer. Für das laufende Jahr wird nun ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent prognostiziert statt einem Anstrieg um 0,3 Prozent. Die Erwartung für 2010 wurde noch um 0,8 Prozentpunkte auf 0,6 Prozent gekappt. Längerfristig ergibt sich der Umfrage zufolge bei einem Wachstum von 2,0 Prozent eine Inflationsrate von 1,9 Prozent.

Die gedämpfte Entwicklung der Preise für Wohnimmobilien im Euroraum dürfte sich nach Einschätzung der EZB noch einige Zeit lang fortsetzen. Vor dem Hintergrund des in den letzten zehn Jahren allgemeinen starken Preisanstiegs am Wohnimmobilienmarkt und der drastischen konjunkturellen Abkühlung deute die Angebots- und Nachfrageentwicklung bei Wohnimmobilien darauf hin, dass die Teuerung von Wohnimmobilien im Euroraum wohl weiter nachlasse.

Die Erfahrung aus der Vergangenheit lege zudem den Schluss nahe, dass die Wohnungspreise auf kurze Sicht bisweilen über ihren langfristigen Trend hinausgingen beziehungsweise dahinter zurückbleiben könnten. Rigiditäten und Verzögerungen bei der Anpassung des Immobilienangebots spielten eine herausragende Rolle in Bezug auf die potenziell volatile Wohnimmobiliennachfrage.

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