Ex-Bundesbank-Chef Weber
EZB darf nicht zur „eierlegenden Wollmilchsau“ werden

Der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber warnt vor dem Start der neuen Bankenaufsicht durch die EZB vor einer Überlastung der Notenbank. Die EZB bewege sich auf einem „Minenfeld von Interessenskonflikten“.
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FrankfurtZwei Monate vor dem Start der neuen Bankenaufsicht durch die EZB warnt UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber vor einer Überlastung der Notenbank. „Die EZB steht in der Gefahr, zur eierlegenden Wollmilchsau der Euro-Zone zu werden“, sagte der frühere Bundesbank-Chef am Donnerstag auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse den Spagat zwischen Geldmarktpolitik und Finanzmarktstabilität meistern und bewege sich auf einem „Minenfeld von politischen Interessenskonflikten“.

Die auf den Weg gebrachte Bankenunion sei zwar ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Aber die Bankenunion in sich selbst ist kein Garant für Stabilität und Wachstum“, betonte Weber. Zur Überwindung der Euro-Schuldenkrise seien Strukturreformen in den einzelnen Ländern nötig.

Die EZB übernimmt Anfang November die Aufsicht über die größten Banken der Euro-Zone, die zuvor auf Herz und Nieren geprüft werden. Damit soll sichergestellt werden, dass eine zentrale Institution einen neutralen Blick auf die Großbanken und deren Bilanzrisiken hat.

Die gemeinsame Aufsicht ist aber nur eine Säule der Bankenunion, darüber hinaus soll es einen gemeinsamen Abwicklungsfonds und eine gemeinsame Einlagensicherung geben. Viele Details dazu sind jedoch noch offen.

Weber sprach sich auch gegen die in dieser Woche von Commerzbank-Chef Martin Blessing wieder in die Debatte gebrachten gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Länder aus, sogenannte Euro-Bonds. Eine solche „Sozialisierung der Schulden“ sei nicht sinnvoll, denn damit sinke der Reformdruck in den einzelnen Staaten, erklärte er.

Weber ist damit auf einer Linie mit der Bundesregierung, die sich erst am Mittwoch erneut vehement gegen eine Vergemeinschaftung der Staatsschulden ausgesprochen hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ex-Bundesbank-Chef Weber: EZB darf nicht zur „eierlegenden Wollmilchsau“ werden"

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  • Eine "eierlegende Wollmilchsau"? Schönes Bild, aber solche Hybriden sind nicht lebensfähig. Das Bild passt also.
    Wer jetzt meint, der Euro würde sofort kollabieren... gemach! Es kommt zur totalitären EUSSR. Mit einem Sozialismus, der sich gewaschen hat. Einer vollständigen Verarmung. Einer Abwanderung der Leistungsträger und Einwanderung der Hartz-Bedürftigen. Und das propagandistische Trommelfeuer für das "politische Projekt". Wer dagegen ist, steht im Verdacht, vergiftete Mentholzigaretten geraucht zu haben. So wie seinerzeit das ND berichtete über die Grenzgänger. Oder er landet in der Psychiatrie. Diese zum Totalitären gewendete Gesinnung der Politiker ist augenscheinlich; sie reagieren wie eine Sekte, die in einer Blase lebend an ihre eigenen Prognosen glaubt! GLAUBT! Mit einem nie dagewesenen Realitätsverlust!

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