Jürgen Stark geht mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hart ins Gericht. Der Ex-Chefvolkswirt der Notenbank hält einen raschen Ausstieg aus EZB-Liquiditätshilfen für unmöglich - und warnt vor Nebenwirkungen.

Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Aus der Soziologie weiss man, dass große Organisationen letztlich alle 10 bis 30 Jahre in eine Krise fallen und ein Re-Set benötigen. Manche Organisationen gehen gestärkt aus der Krise, andere verschwinden für immer. Unsere Parteien-Landschaft ist über 60 Jahre alt, unsere Bürokratie und Beamtentum zum Teil über 100 Jahre alt.

    Eine komplette Reform ist also längt überfällig! Jeder von uns kennt hunderte von Beispielen, wo sinnlose Entscheidungen, die meistens (unser) Geld kosten, getroffen werden. Andererseits haben wir nicht die Mittel, Krankenschwestern oder Kinder-gärtnerinnen ordentlich zu bezahlen. Oder in Zukunft die Pensionisten.

    Diese Überlegung gilt m.E. nicht nur für Deutschland, am Ende sind alle "alten Euro-Länder" (also nicht Ost-Europäer) mehr oder weniger in der gleichen Situation.

    Wie kamen Reformen von Staatsgebilden in der Vergangenheit zu Stande? In der Regel ging der Reform eine Revolution voraus, besonders wenn die jeweiligen Herrscher es maßlos übertrieben haben. Sind wir nicht schon bald an diesem Punkt angelangt?

    Die Frage, die sich folglich jeder Leser stellen muss: was können wir tun, um eine Revolution zu vermeiden? Wie kann man dieses Parteiensystem, dessen Ziel der permanente eigene Machterhalt ist (und zwar koste es was es wolle), auszuhebeln, um eine Reform von Grund auf vorzunehmen?

  • Ich fürchte, ohne schmerzhafte Einschnitte geht das Verschleudern von Volksvermögen fröhlich weiter. Je länger das andauert um so größer wird der Schaden ausfallen.
    2 x ca. 500 Mrd€ Darlehen der EZB an die Banken 2€ RETTINGSSCHIRME und der EU-vertragswidrige Kauf von Staatsanleihen durch die EZB in Höhe von 220 Mrd.? Das ist ein Geld-Volumen wie es sonst nur zur MASSIVEN KRIEGSVORBEREITUNG(?) bewegt wird ?? ?
    Interessanter Weise hat sich die "notleidende" VW-Kreditbank ebenfalls 2 Mrd. gesichert ?? ? Selbst gut verdienende Aktiengesellschaften leben also auch schon auf Pump ?
    Entgegen der eigentlichen Aufgabe der Zentralbanken (STABILITÄTS-WÄCHTER) werden diese genötigt, das Zinsniveau nach unten zu manipulieren und damit den Markt weiter zu destabilisieren.
    Prozentrechnung für alle EURO-PINSCHER:: Wieviel würden Sie für eine 100 € Anleihe noch zahlen wenn der Zinscoupon 1,70 € beträgt und der aktuelle Marktzins nur auf 3,5% steigt ??? Staatsanleihen werden an der Börse übrigens auch Rentenwerte genannt, ein deutlicher Hinweis wer am Ende die Schuldenzeche bezahlt ?
    Zum Ausmaß der heimlichen Enteignung: In den 80er Jahren hatten wir schon einmal deutlich über 7% Inflation und über 10 % Zinsen für DEUTSCHE Staatsanleihen... allerdings bei erheblich geringerer Geldmengen-Aufblähung !

    Vor diesem hoch brisanten Hintergrund hat man in Karlsruhe V E R F A S S U N G S -
    B E S C H W E R D E der Professoren Hankel, Starbatty et al ABGEWIESEN, 2 Bundespräsidenten aus dem Amt geekelt und der EZB Chefvolkswirt Stark hat zum 01.01.12 unter Protest seinen Dienst quittiert. Den Mund verbieten lässt er sich gottlob nicht.
    Von SOZIALER Marktwirtschaft kann überhaupt keine Rede mehr sein. Die Belastungen der Durchschnittsbürger und Rentner werden immer größer, während die Vermögenssteuer abgeschafft wurde und der Einkommensteuer-Höchstsatz reduziert wurde... statt dessen 19% MwSt ? AGENDA 2010 ?? und Reduzierung der Arbeitgeber Anteile z. Sozial-Versicherung ?

  • Es gibt zu all diesen Vorkomnissen nur eine wahre Alternative. PLAN B, nachzulesen bei www.wissensmanufaktur.net
    Das sind wirklich Leute die sich mal Gedanken um das Gesamtwohl gemacht haben.

  • @ Dr.NorbertLeineweber

    Aber wer hortet denn dass ganze Geld? Wissen Sie wie dem Schrecken ein Ende setzt?

    Alle hier wissen immer alles, aber mir kommt es so vor, da hier alle vor dem Berg stehen, wo die Lawine runtergeht und jeder Experte fachsimpelt mit irgendwelchen Worthülsen, ob die Lawine aus Papp- oder Pulverschnee besteht und ob die Eiskristalle den Aufprall schadlos überstehen werden. Wuuuusssssccchhhhh, zu spät :o(

  • Prof. Sinn auf youtube vom 19.12. 2011 ist für jeden ein unbedingtes muss. Ansonsten wird das "Geld" nicht gehortet, es sind Kredite, die verfrühstückt werde. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes reziprokes Horten. Diese Kreditblase wird platzen, wie alle Kreditblasen zuvor. Auch die Immobilienblasen in den USA, Irland und Spanien waren Kreditblasen. Allerdings gibt es kaum Ökonomen die das lehren. Fragen sie mal einen Studenten was eine Kreditblase ist. Der wird so dumm aus der Wäsche schauen wie Schäuble, wenn er sein SUDOKU gerade vergeigt hat. Ansonsten gibt es Sinn, Hankel, Kerber, Weidmann, Weber, Starbatty, Stark, "leider" auch Gauweiler und mindestens 50 weitere Ökonomen, die wissen was tun ist. Wäre da nicht unser oberschlauer Schäuble, Trittin, Künast und Roth, die die Kredite mindestens dopppelt so schnell hinterher werfen würden, eine SPD, die gestern den Genossen einen Maulkorb zum ESM verpasst hat, und eben der besagte Meister. Das Parteiensystem in Deutschland hat jämmerlich versagt und versteht sich unter dem Strich als ein eingeschworener Haufen von Bankrotteuren. Auf meine posts in der FAZ und im Handelsblatt sei verwiesen. Dort finden sich halbe ökonomische Vorlesungen zur Problematik. Wer das nicht liest und weiterpostet ist selbst schuld. Also: Dr.NorbertLeineweber Handelsblatt!

  • Wenn eine Inflation droht, hängt dies mit der Überschussliquidität des ESM zusammen. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag Meister forderte gestern einen "beeindruckenden Rettungsschirm." Suchbegriff: "Meister will großen Schirm aufspannen." Meister ist damit kein Meister seines Faches. Die Dummheit dieses Beitages ist ist beeindruckend und noch beeindruckender als als ein beeindruckender Rettungsschirm. Er täuscht nämlich eine trügerische Sicherheit vor, die durch die Größe des Schirmes nicht erreicht werden kann. Kurzfristig ist Ruhe im Karton. Langfristig ist es ein Desaster. Die Märkte bemerken natürlich, dass die strukturellen Probleme in der Eurozone nicht beseitigt werden. Ganz im Gegenteil: Unter dem Rettungsschirm werden die Länder noch weiter auseinander driften. Hierbei ist zu bedenken, dass wir wegen der Kapitalflucht im Normalfall längst Kapitalverkehrskontrollen und eine Devisenbewirtschaftung hätten, was durch den Schirm vertuscht wird. Die Fehlallokation im System wird von Anfang an an dem Schirm nagen, und zwar exponentiell. Die Target-2-Salden laufen konstant ins Nirvana, weil die strukturellen Diskrepanzen per definitionem zeitgleich finanziert werden müssen. Irgendwann ist der Schirm dann erschöpft, zuvor wird der Kollaps des ESM an den Märkten vorweg genommen. Wenn die hinausgeschobene Grenze fällt, ist das Desaster von der Wirkung her noch weit verheerender als das Plaztzen eines kleine Schirmes. Man kann eben einen kleinen Ballon platzen lassen oder den "beeindruckend" großen. Dafür gibt es dann auch einen beeindruckend großen Knall, verbunden mit einem Kollaps, den sich noch keiner vorzustellen vermag. Alle Kreditbeziehungen in der Eurozone werden kollabieren und eine Währungsreform erzwingen. Da war Lehman geradezu ein Witz. Eben verursacht von Leuten wie Meister, die glauben schlauer zu sein als Dr. Stark und Prof. Weber zusammen. Man muss sich schon fragen, ob nur ein Ballon einen Knall haben kann.

  • Man kann nicht behaupten, die Bürger, die noch etwas zu verlieren haben, würden dem Verfall des Euro und der grenzenlosen Schuldenwirtschaf tatenlos zusehen. Ich empfehle als Lektüre den World Wealth Report 2011 von Capgemini und Merrill Lynch. Das Kapital der Wohlhabenden verlässt in beängstigender Geschwindigkeit Europa. Erstmals ist weniger als 50% des Vermögens der HNWIs überhaupt noch in Europa investiert. Wenn jetzt noch deutlich höhere Steuern für Leistungsträger und Wohlhabende kommen, dann werden sicher viele die Konsequenzen ziehen und Europa endgültig den Rücken kehren. Denn gut Ausgebildete und Leute mit Geld sind überall auf der Welt willkommen. Erst geht das Geld, dann gehen die Leute, denen es gehört. Aber so kann man wenigstens für sich und seine Familie dem Wahnsinn entfliehen, den Politik und Interessengruppen hier gerade anrichten.

  • Die Politik und Banken und die Eliten manipulieren, dass Volk nach Strich und Faden und sahnen nebenbei immer weiter ab. Für Schlösser, Yachten, dass Studium der Kinder, für die Bestechungsgelder die man heute nimmt um sich einen höheren Posten zu erkaufen!

    Verbietet die Politik Prostitution und Pornos = wird wieder mehr geheiratet und Kinder gezeugt

    Erhebt die Politik mehr Steuern auf Diesel = werden wieder mehr Beziner verkauft

    Möchte die Politik die Rohstoffe eines Landes = versucht man entweder friedlich oder ansonsten mit der Devise es könnte ja Terroristen sein, die Deutschland angreifen wollen


    Möchte die Politik den Schrott der Industrie verkaufen =
    Dann geht man in den Amazonas und verkauft den Indios dort eine S-Klasse obwohl es keine Straßen dafür gibt, aber man überzeugt die Indios, dass sie die S-Klasse brauchen und bietet ihnennebenbei noch den dazugehörigen Kredit an. Hat der Indio bemerkt, dass er die S-Klasse doch nicht braucht, da im Amazonas nur Boote verkehren, mach man im ein Angebot und nimmt dafür die Bodenschätze oder sein Land und nimmt die S-Klasse wieder mit natürlich mit Abschlag 95%.


    Die Griechen machen es noch besser, die kenne die Demokratie ja schon seit 2000 Jahren. Die griechische Elite verbündet sich mit den deutschen Banken, schöpft den Kredit ab und reinvestiert in die Schweiz und in Germany und die Schulden zahlen die Griechen aus der Mittel- und Unterschicht

  • Vielleicht zur Erinnerung!
    Die EU dient der Wirtschaft und nur wirtschaftlichen Interessen. Sie dient aber nicht dem Menschen und hier besonders Deutschland, wo die Renten niedrig sind und die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Masse auf 400 Euro Jobs beruht.
    Das es in Deutschland jetzt boomt ist ein Ausdruck davon, weil dieses Land ein Niedriglohnland geworden ist und die anderen EU Länder mindestens 20 Prozent mehr Lohn haben plus niedrige Stromkosten.

    Dazu kommt die Inkompetenz vieler Politiker, die Deutschland nur schief verwalten.



  • ...doch super für uns alle:
    Inflation und 1 prozent EZB Zinsen, macht das Ouzo-Portwein-Chiantifass auf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%