Experten geben aber noch keine Entwarnung
Preisauftrieb verlangsamt sich wieder

Die Teuerungsrate ist erstmals seit Monaten im August nicht weiter angestiegen. Vor allem niedrigere Preise für Pauschalreisen, saisonabhängige Nahrungsmittel und Kraftstoffe wirkten sich aus.

HB WIESBADEN. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden aufgrund vorläufiger Schätzungen mitteilte, lag die jährliche Inflationsrate im September bei 1,8 %. Im August lag der Wert noch bei 2,0 %. Binnen Monatsfrist gaben die Verbraucherpreise um 0,3 % nach. Die Schätzung basiert auf Angaben aus sechs Bundesländern.

Zum Ende der Sommerferien wurde der Preisanstieg bei zahlreichen Waren gedämpft. Pauschalreisen, saisonabhängige Nahrungsmittel und Kraftstoffe waren billiger als im August, berichteten das bayerische Statistische Landesamt in München. Die Preise für Benzin und Diesel sanken um zum Beispiel um 2,0 %. Sie lagen damit aber immer noch um 6,3 % höher als vor einem Jahr. Nach Berechnungen der Statistiker in Nordrhein-Westfahlen fiel dort der Preis von Frischgemüse im Jahresvergleich um 16,9 %.

Nach Einschätzung von Analysten der Volks- und Raiffeisenbanken geben die jüngsten europaweiten Zahlen allerdings noch keinen Grund für eine Entwarnung. „Eine Verteuerung des Öls als derzeit wichtigstem Inflationstreiber wirkt sich nämlich in der Regel erst mit einer zeitlichen Verzögerung in der Preisstatistik aus“, heißt es in dem am Freitag veröffentlichen wöchentlichen Börsendienst. Empirische Untersuchungen in der Euro-Zone zeigten, dass Impulse beim Rohöl mit einer Verzögerung von rund neun Monaten auf das allgemeine Verbraucherpreisniveau durchschlagen.

Im August hatte sich die Teuerung noch bundesweit deutlich beschleunigt: Die jährliche Steigerungsrate kletterte erstmals seit Mai auf 2,0 % - nach 1,8 und 1,7 % in den beiden Vormonaten. Jenseits der Warnschwelle von 2,0 % sieht die Europäische Zentralbank (EZB) Gefahren für die Preisstabilität.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%