Experten sehen keine Rezessionsgefahr
Exporte stützen weiter deutsches Wirtschaftswachstum

Die Exporte der deutschen Wirtschaft laufen weiter auf Hochtouren und haben im ersten Quartal weiterhin kräftig die Konjunktur gestützt. Der Rückgang der Importe zeugte allerdings gleichzeitig von der lahmen Binnenkonjunktur.

HB BERLIN. Im Vergleich zum Februar legte die Ausfuhr von Waren um 2,1 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. „Die Daten zeigen, dass der Zug vom Ausland weiterhin da ist - die Exporte laufen gut“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Der Export ist für Sebastian Wanke von der Dekabank neben den jüngsten Zuwächsen bei Industrieproduktion und Aufträgen ein Beleg dafür, dass die Wirtschaft etwas besser läuft, als das schlechte Geschäftsklima befürchten ließ: „Ängste, dass es zu einer Rezession kommen könnte, sollten einigermaßen zerstreut sein.“

Mit 65,3 Milliarden Euro lagen die Ausfuhren im März nur 0,9 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Die Importe lagen mit 49 Milliarden Euro zwar um 1,8 Prozent über dem Vorjahr, gleichzeitig aber um 1,2 Prozent unter dem Niveau vom Februar. „Die schwachen Importe sind natürlich zweischneidig“, gab Solveen zu bedenken. Einerseits belegten sie die Schwäche der Inlandsnachfrage. Andererseits verstärkt der Importrückgang den Beitrag des Außenhandels zum Wirtschaftswachstum, da sich der Überschuss in der deutschen Handelsbilanz dadurch auf 16,3 Milliarden Euro von 13,6 Milliarden Euro im Februar ausweitete.

Das Statistikamt wird am Donnerstag seine erste Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Vierteljahr bekannt geben - Analysten erwarten im Schnitt ein Plus von 0,5 Prozent zum Vorquartal. Solveen rechnet sogar mit einem Anstieg um 0,7 Prozent: „Auch der private Verbrauch sollte halbwegs ordentlich sein.“Allerdings gehen die Experten ungeachtet der guten Exporte davon aus, dass sich das Wachstum bereits im Frühjahr wieder deutlich abschwächt. „Gerade im zweiten Quartal zeichnet sich eine Durststrecke ab“, sagte Wanke. „Da kann man nur hoffen, dass es im zweiten Halbjahr wieder besser wird. Wir gehen aber davon aus, dass sich die Binnenkonjunktur bis dahin etwas gefestigt hat.“

Insgesamt lagen die Exporte in den ersten drei Monaten um gut fünf Prozent über dem ersten Quartal des Vorjahres. Trotz des starken Euro verkauften deutsche Firmen knapp fünf Prozent mehr Produkte in Länder außerhalb der EU, in die Euro-Zone gingen sieben Prozent mehr Waren als vor einem Jahr.

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