Experteneinschäzung
Wirtschaftskrise wirft ersten Schatten auf den Arbeitsmarkt

Nach Ansicht von Experten wirkt sich die drohende Rezession in Deutschland bereits im November auf den Arbeitsmarkt aus. Von der Nachrichtenagentur AP befragte Volkswirte rechneten am Mittwoch entweder mit einem nur noch moderaten Rückgang der Arbeitslosenzahl um 5 000 oder sogar mit einem Zuwachs um 25 000.

HB NÜRNBERG. Im Oktober war die Zahl der Menschen ohne Job noch um 84 000 auf 2,997 Mio. gesunken und damit erstmals seit 16 Jahren unter die Marke von drei Millionen. "Die Schwäche der Konjunktur schlägt sich bereits leicht nieder", sagte Volkswirt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. Er prognostiziert für November einen nicht bereinigten Zuwachs um 25 000 Arbeitslose. Diesen Anstieg hält auch Andreas Rees von UniCredit in München für wahrscheinlich. "Es ist ganz klar: Das Tempo, mit dem neue Jobs aufgebaut werden, hat deutlich nachgelassen", erklärte er. Im zweiten Quartal des kommenden Jahres werde die Wirtschaftskrise dann voll auf den Arbeitsmarkt durchschlagen.

Eckhard Tuchtfeld von der Commerzbank erwartet dagegen für November noch einmal einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit um 5 000. Dieser falle damit aber erheblich geringer aus als in den Vorjahren. "Das ist nur noch ein Mini-Fortschritt", sagte er.

Der am Mittwoch von der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldete Stellenindex BA-X signalisiert ebenfalls eine leichte Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in den Betrieben sei zwar noch immer auf einem hohen Niveau, jedoch sei der Index im Vergleich zum Oktober um zwei auf 163 Punkte gesunken. Zum Vorjahr verlor er 15 Zähler.

Die November-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag um 10.00 Uhr in Nürnberg bekannt.

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