Exporte sorgen für Verunsicherung
Japans Handelsüberschuss sinkt deutlich

Die japanischen Ausfuhren haben ihre Zugkraft für das Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft verloren. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sank der Handelsbilanzüberschuss um mehr als ein Viertel. Vor allem die Exporte nach China haben ihre Dynamik verloren.

bas TOKIO. Sie legten im ersten Kalenderhalbjahr um gerade noch 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Damit stiegen sie langsamer als die Gesamtexporte, die um 4,1 Prozent kletterten, teilte das Finanzministerium gestern mit. Während japanischer Stahl und andere Rohstoffe im Reich der Mitte immer noch reißenden Absatz finden, exportierte Japan dorthin zum Beispiel weniger Maschinen oder Autos.

Noch im vergangenen Jahr hatten die Exporte nach China einen großen Teil des japanischen Wirtschaftswachstums ausgemacht. So schwach wie zwischen Januar und Juli hingegen sind sie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr gestiegen. Ökonomen führen an, dass es zum Teil die japanischen Fabriken in China sind, die aufgrund von Lagerbeständen weniger einführen. Japans Importe aus China hingegen stiegen um fast ein Fünftel. Das Handelsbilanzdefizit mit dem Reich der Mitte kletterte in Folge um mehr als 77 Prozent auf 1,67 Billionen Yen.

Die höheren Ölpreise trugen außerdem dazu bei, dass Japan insgesamt gut zwölf Prozent mehr aus anderen Ländern importierte. Damit erreichen die nominalen japanischen Importe ein neues Rekordniveau. In Folge sank der Handelsbilanzüberschuss Japans um 26,4 Prozent auf 4,53 Billionen Yen oder 33,5 Mrd. Euro. Im ersten Quartal von Januar bis März hatte der Außenhandel das japanische Wirtschaftswachstum negativ belastet. Doch die Entwicklungen im Juni lassen die Ökonomen nun auf eine leichte Besserung an der Außenhandelsfront hoffen.

Zwar sank der Handelsbilanzüberschuss im Juni im dritten Monat in Folge im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings fiel der Rückgang mit 23,5 Prozent zum Vorjahr weniger stark aus als vom Markt erwartet. So scheinen die Exporte in die USA, dem nach wie vor wichtigsten Absatzmarkt für japanische Produkte, mit einem Plus von 2,8 Prozent im Juni langsam wieder an Zugkraft zu gewinnen. Im Frühjahr hatten sie sich schwach entwickelt. Im gesamten ersten Halbjahr stiegen die Ausfuhren in die USA um 5,4 Prozent. Auch bei den Exporten nach China zeigt sich nach einer Stagnation im Mai mit 2,3 Prozent Zuwachs eine leichte Besserung.

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