Exportkonjunktur ist nach wie vor nicht auf Binnenkonjunktur übergesprungen
Ifo-Volkswirt: Hartz IV könnte Binnenkonjunktur schwächen

Die Arbeitsmarkt-Reform Hartz IV könnte nach Einschätzung des Ifo-Instituts die Verunsicherung der Bürger verstärken und so den ohnehin schwachen Konsum in Deutschland nochmals dämpfen.

HB MÜNCHEN. „Es gibt natürlich im Konsum wieder Probleme. Hier könnte es sein, dass Hartz IV nochmal die Unsicherheit verstärkt“, sagte Ifo-Volkswirt Klaus Abberger am Donnerstag Reuters TV. Allerdings gebe es andere Faktoren, die vermutlich eine größere Rolle bei der Konsumzurückhaltung der Menschen spielten wie etwa die Unsicherheit über die Auswirkungen weiterer Reformen der Sozialsysteme insgesamt sowie die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz.

Die gute Exportkonjunktur ist nach Einschätzung des Ifo-Instituts nach wie vor nicht auf die Binnenkonjunktur übergesprungen. Für ein Anziehen des Konsums im Inland wäre es auch nötig, dass der Arbeitsmarkt etwas anspringe. „Hier gibt es erste Anzeichen“, sagte Abberger. Die Erwartungen hinsichtlich der künftigen Beschäftigungslage seien etwas positiver geworden. „Von daher sollten wir erwarten, dass auch der Konsum irgendwann nachzieht, aber das scheint noch nicht sehr bald der Fall zu sein“, ergänzte er. Nach wie vor bleibe die Verunsicherung der Bürger über die Auswirkungen künftiger Sozialreformen.

Auch die hohen Ölpreise seien ein Faktor, der die Verbraucher verunsichere. Mit Blick auf die Auswirkungen der hohen Ölpreise auf die Gesamtkonjunktur sagte Abberger: „Wir sehen es nicht als den durchgreifende Faktor an, gerade weil wir auch sehen, dass die Exporterwartungen weiter sehr gut sind.“

Das Geschäftsklima hatte sich im August trotz des Rekordhochs beim Ölpreis nur wenig eingetrübt. Dabei bewerteten die befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage in der Ifo-Umfrage zuversichtlicher, ihre Aussichten etwas skeptischer. Der Geschäftsklimaindex sank insgesamt auf 95,3 von 95,6 Punkten im Juli.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%