Exportmärkte 2006: Wirtschaft profitiert vom hohen Ölpreis

Exportmärkte 2006
Wirtschaft profitiert vom hohen Ölpreis

Alle reden von China. Dabei steigen die Ausfuhren der deutschen Unternehmen in das Reich der Mitte nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Jahren. Zu großen Abnehmern entwickeln sich hingegen Länder, die bislang nicht als Spitzenmarkt für deutsche Güter galten. Dabei profitiert die Wirtschaft auch vom anhaltenden Ölboom.

KÖLN. Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft wird sich die deutsche Wirtschaft mit großer Wahrscheinlichkeit zumindest mit dem Titel „Exportweltmeister“ schmücken können, heißt es in einer Prognose der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai). Die Warenausfuhren sollen auch 2006 bei einem erwarteten Zuwachs von real 6,5 Prozent einen neuen Rekord von knapp 850 Mrd. Euro erzielen und das Volumen der USA erneut übertreffen.

Zu den wachsenden Märkten zähle vor allem der Nahe Osten mit seinen Öl exportierenden Nationen, in die Deutschland bereits im Jahr 2005 Waren im Wert von 45,5 Milliarden Euro lieferte. „Die Öl-Nationen verbuchten 2005 Einnahmen von rund 1,1 Billionen Euro“, sagt bfai-Direktor Gerd Herx. „Das bedeutet auch einen hohen Investitionsbedarf - die deutsche Wirtschaft profitiert vom Ölboom.“

Zu den Investitionsgütern aus Deutschland gehören in der Region Maschinen, Elektrotechnik, Chemie, Eisen, Stahl und Kraftfahrzeuge. Bereits 2005 stieg der Export nach Saudiarabien um 35,5 Prozent. "Das Land will Musternachbarstaaten wie Dubai überholen", so Herx. "Hohe Geldsummen fließen in Infrastrukturprojekte und einer Modernisierung der eigenen Produktionsanlagen."

Auch Indien steht 2006 nach Ansicht der bfai als Top-Exportmarkt hoch im Kurs. Indien, das sich immer mehr als neuer Gigant auf der Weltbühne vorstellt, plane ähnlich wie Saudiarabien Investitionen in Milliardenhöhe, um seine Infrastruktur zu verbessern. Auch der Bedarf an Maschinen und Ausrüstungen lege kontinuierlich zu und die rasch wachsende Bevölkerung frage immer mehr Konsumgüter nach. "Die deutsche Wirtschaft kann dabei besonders profitieren. Indien benötigt Güter aus den Branchen, in denen deutsche Unternehmen führend sind", erklärt Asien-Experte Bernd Schaaf.

Russland bleibt für den deutschen Außenhandel ebenfalls attracktiv. Die russische Wirtschaft wächst im achten Jahr mit großem Tempo. Für 2006 wird wieder ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von fast 6 Prozent erwartet. Deutsche Firmen punkten in Russland laut bfai mit modernster Technologie und Ausrüstung. In diesem Jahr könnten deutsche Lieferantenzudem zusätzlich von einer Senkung der Importzölle Vorteil ziehen. Nach einer Umfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft erwarten vier von fünf deutsche Unternehmen in den nächsten Jahren jährliche Umsatzsprünge von 10 Prozent in Russland.

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