Exportweltmeister
Trotz Krise: Deutscher Export bleibt weltspitze

Trotz Wirtschaftskrise behauptet Deutschland nach Einschätzung des Außenhandelsverbands BGA auch im Jahr 2008 den prestigeträchtigen Titel als Exportweltmeister. Der Exportumsatz werde sogar erstmals die Marke von einer Billion Euro durchbrechen, erklärte der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels.

HB BERLIN. Der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels, Anton Börner, prognostizierte am Dienstag in Berlin, dass die Exporte und Importe im November und Dezember schrumpfen. Trotzdem drohe kein Einbruch. Der Jahrsbeginn 2009 dürfte ebenfalls schwierig werden, prophezeite er. „Auch bei den Wechselkursen rechnen wir für das kommende Jahr damit, dass der Euro seine alten Höchstmarken wieder testen wird.“

Dies alles dürfe dennoch kein Grund zur Entmutigung sein, meinte Börner. „Die Unternehmen hatten zuletzt günstige Gelegenheiten, ihre Währungsgeschäfte abzusichern. Dazu kommt, dass ab Sommer die deutsche Exportwirtschaft von den riesigen Konjunkturprogrammen weltweit profitieren und sich dies dann auch in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung niederschlagen wird.“

Insgesamt erwartet der BGA, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2009 schrumpft. „Jedoch werden wir noch mit einem blauen Auge davon kommen“, prophezeite er. „Ob Infrastruktur oder Umwelttechnologien: Wir sind bei Investitionsgütern absoluter Marktführer und verfügen über die Zukunftstechnologien. Hinzu kommen niedrigere Kraftstoffpreise, die zu milliardenschweren Entlastungen führen. Zusammen mit den weltweiten Konjunkturpaketen und zu erwartenden Steuererleichterungen in Deutschland, wird auch die Binnenwirtschaft im Laufe des kommenden Jahres wieder an Fahrt gewinnen“, meinte Börner abschließend.

Am Sonntag hatten bereits die Außenhandelskammern den düsteren Export-Erwartungen großer Wirtschaftsforschungsinstitute eine deutlich optimistischere Prognose entgegengesetzt. Insgesamt verharren die Ausfuhren einer Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge mit einem Minus von ungefähr einem Prozent nur leicht unter dem Niveau von 2008. Vergangene Woche hatte das Institut für Weltwirtschaft (IfW) vorausgesagt, dass die realen Exporte 2009 um 8,9 Prozent zurückgehen könnten.

Die Blitzumfrage unter den Außenhandelskammern (AHK) ergab aber auch, dass die Exportentwicklung je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen dürfte. Stagnation sei bei den Ausfuhren in die meisten Länder Westeuropas zu erwarten. In einigen Märkten - Spanien, Irland und Schweden - gehen die Kammern sogar von einem deutlichen Rückgang aus.

DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitschke hatte der AP indes gesagt, dass Deutschland schon 2008 um den Titel als Exportweltmeister bangen müsse. Erstmals könnte China knapp an der Bundesrepublik auf Platz eins vorbeiziehen. Auch im Rezessionsjahr 2009 sei ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten.

Nach Einschätzung des Experten werden die Ausfuhren Deutschlands 2008 ungefähr auf dem Vorjahresniveau von 969 Milliarden Euro verharren. Damit würde Deutschland klar das noch bis September angepeilte Ziel verfehlen, erstmals die Marke von einer Billion Euro zu knacken.

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