Exportwirtschaft
Ukraine-Krise bedroht 25.000 Jobs in Deutschland

Bis jetzt blieb Deutschland von den Folgen der Ukraine-Krise verschont. Nun könnten 25.000 Stellen in der Exportwirtschaft in Gefahr sein – denn Russland ist nach Polen der wichtigste deutsche Handelspartner in Osteuropa.
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BerlinDer deutschen Exportwirtschaft drohen wegen des Ukraine-Konflikts drastische Geschäftseinbußen und der Verlust Tausender heimischer Arbeitsplätze. Allein in den ersten vier Monaten sackten die Ausfuhren in die Ukraine um fast ein Drittel und nach Russland um ein Achtel ab, wie der Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA) am Freitag mitteilte. „Wenn sich das Gesamtjahr wie die ersten vier Monate entwickelt, heißt das Gefahr für 25.000 Arbeitsplätze in Deutschland“, Verbands-Chef Eckhard Cordes und warnte, dass auch Anrainerstaaten in den Abwärtsstrudel geraten könnten. Noch wandern dem Ausschuss zufolge keine deutschen Unternehmen aus der Region ab, doch würden Projekte und Investitionen gestoppt oder abgesagt.

Russland ist nach Polen der wichtigste deutsche Handelspartner in Osteuropa. Einfuhren und Ausfuhren summierten sich im vergangenen Jahr auf 76,5 Milliarden Euro - schon das war ein Rückgang zum Vorjahr um vier Milliarden Euro. In Russland sind rund 6200 deutsche Unternehmen tätig, darunter Autokonzerne, Handelsunternehmen und Maschinenbauer.

Cordes warnte, die ohnehin dramatische Abwärtsentwicklung könnte sich noch verschärfen, wenn EU und USA die angedrohten Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Die Voraussetzungen dafür hält er derzeit nicht für gegeben: „Es ist nichts passiert, was den Westen sagen lassen könnte: jetzt kommen die Wirtschaftssanktionen.“ Vielmehr sehe er „leichte Schritte der Deeskalation“.

Eine Umfrage des Ausschusses unter mehr als 100 deutschen Firmen, die in Russland und der Ukraine Geschäfte machen, weist eine düstere Prognose für die Wirtschaftsentwicklung beider Länder aus: So erwarten 53 Prozent, dass Russland in den nächsten zwölf Monaten in eine Rezession stürzt - das Land selbst hofft noch auf ein Mini-Wachstum für 2014. Für die Ukraine sagen sogar knapp 80 Prozent der Befragten einen Wirtschaftseinbruch voraus. Cordes hält Experten-Schätzungen, die dem Land einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von fünf bis sieben Prozent prognostizieren, noch für optimistisch.

Allerdings gibt es auch positive Zeichen, erläuterte der Ost-Ausschuss. In Südosteuropa, etwa in den Balkan-Staaten, verzeichne die deutsche Exportwirtschaft durchweg zweistellige Zuwächse. Auch in Polen und Tschechien gehe es kräftig aufwärts.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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