EZB-Anleihekäufe: Muss Deutschland für noch mehr Schulden haften?

EZB-Anleihekäufe
Die Angst der Deutschen

Muss Deutschland für noch mehr Schulden haften?

Wenn die EZB nun Anleihen der Krisenländer kauft, holt sie sich damit auch das Ausfallrisiko in die Bücher. Bislang hatte sie bei Anleihekäufen immer darauf bestanden, dass sie bei einem Zahlungsausfall bevorzugt behandelt werden müsse. Beim Schuldenschnitt für Griechenland verteidigte sie diesen Sonderstatus.

Das Problem dabei ist jedoch, dass sie damit andere Gläubiger verunsichert und so den Effekt von Anleihekäufen schwächt. Wenn die anderen Gläubiger wissen, dass sie bei einem Schuldenschnitt gegenüber der EZB benachteiligt werden, steigt für sie das Risiko. Das könnte dazu führen, dass die Zinsen für die Staatsanleihen nicht wie gewünscht sinken.

Deshalb hat sich die EZB dafür entschieden, bei ihrem neuen Anleihekauf-Programm auf den Sonderstatus zu verzichten. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Falls ein Land Pleite geht, von dem die EZB Anleihen gekauft hat, muss sie für die Verluste vollständig haften.

Die Haftung erfolgt de facto im Rahmen des Kapitalschlüssels der EZB. Fallen die Anleihen komplett aus, steht Deutschland dafür entsprechend seines Kapitalanteils bei der EZB mit 27,9 Prozent ein.


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