EZB: Banken gewähren wieder mehr Kredite

EZB
Banken gewähren wieder mehr Kredite

Im August haben die Finanzinstitute in den 16 Euro-Ländern an Unternehmen und private Haushalte so viele Darlehen vergeben wie seit Sommer 2009 nicht mehr. Analysten warnen jedoch vor allzu großem Optimismus. Der Aufschwung sei noch nicht stabil.
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HB FRANKFURT. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte, legte die Summe der ausgereichten Darlehen um 1,2 Prozent zu und damit so stark wie seit Juni 2009 nicht mehr. Analysten warnten aber davor, das Plus überzubewerten, da die für die Finanzierung eines nachhaltigen Aufschwungs besonders wichtige Kreditvergabe an Unternehmen weiter unter dem langfristigen Trend liege.

Nach den Daten der EZB fielen die Ausleihungen an Firmen im Vergleich mit dem August 2009 nämlich um 1,1 Prozent, während die Kredite an Privatpersonen vor allem wegen des anziehenden Hypothekengeschäfts um 2,9 Prozent zunahmen. Ken Wattret, Volkswirt bei BNP Paribas sprach von „kleinen Schritten in Richtung Normalität“, während sein Kollege Michael Schubert von der Commerzbank vor Rückschlägen warnt. So sei die Kreditvergabe an Firmen bereits im Februar und Mai dieses Jahres im Monatsvergleich gestiegen und anschließend wieder gefallen. Von Juli auf August legte die Kreditvergabe an Firmen zwar nun abermals um 0,4 Prozent zu. "Wir haben es hier mit starken Schwankungen zu tun. Man kann noch nicht sagen, ob es einen Trend gibt", sagte Schubert.

Die für die Zinspolitik der EZB wichtige Geldmenge M3 legte im August ebenfalls zu. Das Plus lag bei 1,1 Prozent. Analysten hatten mit plus 0,3 Prozent gerechnet. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Juni bis August) erhöhte sich M3 jedoch nur um 0,5 Prozent. Die Experten der französischen Bank Societe Generale sprachen dennoch von einem "Lebenszeichen". M3 umfasst Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit.

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