EZB-Direktor
Mersch erwartet schwache Konjunktur in Deutschland

Es bleibt bei der Flaute: In Deutschland und im gesamten Euroraum soll es nach Erwartungen von EZB-Direktor Yves Mersch bei einer kritischen Konjunkturlage bleiben. Der Ankauf von Staatsanleihen bleibt auf dem Tisch.
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StuttgartDie deutsche Wirtschaft hat sich nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht von der Flaute im Frühsommer lösen können. Im zweiten Quartal habe das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal abgenommen. „Das scheint sich im dritten Quartal nicht maßgeblich geändert zu haben“, sagte EZB-Direktor Yves Mersch am Montag auf einer Veranstaltung der Volksbank in Herrenberg. „Auch Deutschland ist keine Ausnahme mehr“, ergänzte Mersch. Im gesamten Euroraum sei die konjunkturelle Situation kritisch.

Die Inflationsrate, auch wenn der Einfluss der vom Weltmarkt bestimmten Öl- und Lebensmittelpreise außen vor bleibe, sei außergewöhnlich niedrig. Die EZB habe deshalb den Leitzins gesenkt und Wertpapierkäufe beschlossen, um Preisstabilität mit Inflationsraten von knapp zwei Prozent zu gewährleisten.

Die Notenbanker hatten im September den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. In den vergangenen Monaten hat die EZB zudem ein ganzes Maßnahmenbündel beschlossen, um mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Dazu gehören unter anderem spezielle Geldspritzen für Banken und der Aufkauf von Pfandbriefen sowie Kreditverbriefungen. Der Ankauf von gedeckten Schuldverschreibungen habe vor einigen Wochen angefangen. Der Kauf forderungsbesicherter Wertpapiere (ABS) werde kommende Woche fortgesetzt, sagte Mersch.

Mit Blick auf die Möglichkeit eines Ankaufs von Staatsanleihen sagte der EZB-Direktor, dies sei eine theoretische Möglichkeit, die im Raum stehen möge. „Wenn die Situation sich weiter verschlechtern würde, müssten wir alle Möglichkeiten ausloten auf ihre Risiken, ihre Machbarkeit hin, die Grenzen der Instrumente und ihre Effizienzen“, ergänzte Mersch.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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