EZB erforscht Grundlagen ihrer Geldpolitik
Preise in der EU sind starrer als in den USA

Es gibt Hinweise darauf, dass die Inflation im Euro-Raum beharrlicher ist als in den USA. Diese Unterschiede sind aber nicht so groß, wie bisher von manchen Experten angenommen. Dieses Fazit zog Bundesbankpräsident Axel Weber zum Abschluss einer Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Thema „Inflation Persistence in the Euro Area“.

mak HB FRANKFURT/M. Bei der Veranstaltung stellten Vertreter des Eurosystems, also der nationalen Notenbanken und der EZB, die Ergebnisse zweijähriger Forschungsarbeit vor. Das „Inflation Persistence-Netzwerk“ (IPN) versucht im Auftrag des EZB-Rates herauszufinden, warum die Preise im Euro-Raum nur langsam und offenbar zögerlicher als in den Vereinigten Staaten auf geldpolitische Impulse reagieren.

Für die Geldpolitik sei es von entscheidender Bedeutung, Ursachen und Bestimmungsgründe der Nachhaltigkeit der Inflation zu kennen, erläuterte EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing. So bestimme die Rigidität der Preise unter anderem die „optimale Inflationsrate“, also das Ausmaß an Inflation, das eine Zentralbank noch als Preisstabilität tolerieren könne. Sie entspricht im Euro-Raum einem Anstieg der Verbraucherpreise von „unter, aber nahe zwei Prozent“. Zudem führe die „Persistenz“ der Inflation zu einem höheren Niveau der Preissteigerungsraten und verzögere die Reaktion nach Schocks wie etwa Steigerungen des Ölpreises. Darüber hinaus werde die Inflationsprognose erschwert, die für die Einschätzung der Perspektiven für die Preisstabilität auf mittlere Sicht wichtig sei.

Die Beharrlichkeit der Inflation kann Issing zufolge schließlich auch zum Problem für die Glaubwürdigkeit einer Zentralbank werden. Diese Gefahr bestehe, wenn wie seit Beginn der Währungsunion mehrere anhaltende Inflationsschocks aufeinander folgten. Verharre die Inflation dann länger über der von der Zentralbank definierten Marke für die Preisstabilität, könnte die Öffentlichkeit ihre Fähigkeit oder Willen in Frage stellen, Preisstabilität zu gewährleisten. Issing warnt davor, die Preisrigiditäten als gegeben hinzunehmen.

Seite 1:

Preise in der EU sind starrer als in den USA

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%