EZB-Jahresbericht
Trichet: Lage an den Geldmärkten bleibt angespannt

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, glaubt nich, dass die Krise an den weltweiten Finanzmärkten schon ausgestanden ist.

HB FRANKFURT/MAIN. Im Jahresbericht der Europäischen Zentralbank (EZB), der am Montag veröffentlicht wurde, schreibt EZB-Präsident Trichet: „Bei den längeren Laufzeiten am Geldmarkt bleibt die Lage nach wie vor angespannt“. Der EZB-Präsident ermahnte die Banken erneut, als Lehre aus den seit Sommer anhaltenden Turbulenzen ihr Risikomanagement zu verbessern. Zudem müssten alle Marktteilnehmer für mehr Transparenz sorgen.

Die Krise hatte ihren Ursprung im US-Immobilienmarkt genommen und sich dann auch wegen teils undurchsichtiger Hypotheken-Produkte, die weltweit verkauft wurden, ausgebreitet.

Die Rolle der Ratingagenturen sei „grundlegend neu zu bewerten“, forderte Trichet. Die Agenturen waren in die Kritik geraten, weil sie riskante Finanzprodukte vermeintlich zu positiv bewerteten. Das Finanzsystem des Euroraums habe sich in der Krise 2007 zwar als widerstandsfähig erwiesen, bilanzierte Trichet, „doch wurde seine Risikotragfähigkeit in der zweiten Jahreshälfte ernsthaft auf die Probe gestellt“.

Wichtigster Risikofaktor für das Bankensystem sei derzeit, dass es zu einer Wende im Kreditzyklus mit entsprechend negativen Folgen wie etwa Kreditausfällen oder weiteren Abschreibungen kommen könne.

Auf dem Höhepunkt der Krise im Winterhalbjahr war der Handel am Geldmarkt – also zwischen den Banken – zeitweise fast zum Erliegen gekommen, weil sich die Institute untereinander misstrauten und sich kein Geld mehr liehen. Das Misstrauen hat seine Ursache in den milliardenschweren Abschreibungen zahlreicher Banken.

Die Zentralbanken hatten weltweit mit massiven Finanzspritzen gegengesteuert und sogar zweimal mit gemeinsamen Aktionen die Märkte versucht zu beruhigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%