EZB lässt Leitzinsen wie erwartet unverändert
Günstige Aussichten für Preisstabilität

Mittelfristig sind die Aussichten auf Preisstabilität nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) günstig. Das erklärte der EZB-Präsidetn Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Zuvor hatte die EZB bekannt gegeben, dass die Leitzinsen im Euro-Raum konstant bei 2,0 Prozent bleiben.

HB FRANKFURT. Trichet betonte allerdings nach der Sitzung des geldpolitischen Entscheidungsgremiums der Notenbank, dass der Preisdruck zuletzt etwas zugenommen habe und vorerst auch stärker bleiben werde.

Er verwies darauf, dass die realen und nominalen Leitzinsen weiterhin sehr niedrig seien und ihren Beitrag zur konjunkturellen Erholung leisten würden. Angesichts der zuletzt gestiegenen Inflation betonte der EZB-Präsident, die weitere Entwicklung sehr wachsam verfolgen zu wollen. Allerdings stellte er klar, dass die Notenbank gegenwärtig keinen zinspolitischen „bias“ einnimmt und sich damit alle Optionen offen hält. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte gehen zurzeit mehrheitlich davon aus, dass die EZB nicht vor dem ersten Quartal 2005 damit beginnen wird, ihre Geldpolitik zu straffen.

Die im ersten Quartal 2004 verzeichnete Konjunkturentwicklung - mit einem Wachstum der Euroraum-Wirtschaft von 0,6% gegenüber dem Vorquartal - bezeichnete Trichet als besser als erwartet. Die jüngsten Daten würden darüber hinaus belegen, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung weiter fortsetzt. Dabei seien die Voraussetzungen für eine breitere und stärkere Erholung gegeben. Vor allem von außenwirtschaftlicher Seite würden weiter kräftige Impulse für den Export kommen, zudem profitiere die Binnenwirtschaft von den günstigen Finanzierungsbedingungen.

Mit Blick auf den privaten Konsum sprach Trichet von einer Stärkung durch steigende private Einkommen und günstigere Bedingungen an den Arbeitsmärkten. Der EZB-Präsident gab allerdings zu bedenken, dass die insgesamt positiven Konjunkturaussichten nicht frei von Belastungen seien. So seien die Ölpreise weiter hoch, was das Wachstum dämpfen könne. Darüber hinaus hätten weiterhin eine Reihe von globalen Ungleichgewichten Bestand.

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