EZB muss glaubhafte Preisstabilitäts-Politik machen
Trichet: Konjunkturbelebung wird sich bis 2005 verstärken

Im kommenden Jahr wird sich die moderate Konjunkturerholung in der Euro-Zone verstärken. Die Meinung vertrat EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Dienstag bei der Präsentation des Jahresberichtes 2003 der Europäischen Zentralbank (EZB) im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel.

HB BRÜSSEL. „Die Bedingungen bestehen weiter dafür, dass die Erholung 2004 anhält und über die Zeit an Stärke gewinnt“, sagte Trichet. Die Notenbank bleibe zuversichtlich, auch wenn die jüngsten Wirtschaftsindikatoren unterschiedlich ausgefallen seien. Trichet vermied jeden Hinweis auf die künftige Zinspolitik der EZB, die am 6. Mai das nächste Mal über die Leitzinsen entscheidet. Anders als in den vergangenen Tagen wiederholte er auch nicht, dass die EZB sich alle Optionen offen halte.

An den Finanzmärkten wird nicht ausgeschlossen, dass die EZB den bereits historisch niedrigen Leitzins von 2,00 Prozent weiter senken wird, wenn die Konjunkturerholung ins Stocken geraten sollte. Die Finanzminister Deutschlands und Frankreichs, Hans Eichel und Nicolas Sarkozy, sollen auf dem Treffen der sieben wichtigsten Industrieländer (G-7) am Wochenende eine weitere Zinssenkung gefordert haben. Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute rieten der EZB, den Leitzins bis Ende 2005 nicht zu ändern. Eine weitere Zinssenkung sei nur angemessen, wenn die Inflationsrate unerwartet stark sinken und die Zielmarke der EZB deutlich unterschreiten sollte.

Trichet sagte, das niedrige Zinsniveau unterstütze die Wirtschaftserholung im Währungsgebiet. Dank des kräftigen Wachstums der Weltwirtschaft würden die Exporte in diesem und im kommenden Jahr kräftig zulegen. Der EZB-Chef äußerte sich auch zuversichtlich, dass der private Konsum sich bei einer verbesserten Arbeitsmarktlage erholen dürfte. Vor wenigen Wochen noch hatte sich Trichet besorgt über den schwachen Verbrauch geäußert und damit die Zinssenkungserwartungen an den Finanzmärkten verstärkt. Trichet hielt der Kritik, er habe damit Verwirrung gestiftet, entgegen, dass die überwiegende Mehrheit der Beobachter an den Märkten im April die Entscheidung unveränderter Zinsen erwartet habe.

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