EZB
Notenbanker warnt vor zu großem Optimismus

Obwohl sich die Anzeichen mehren, dass sich die Wirtschaftslage langsam bessert, hat EZB-Ratsmitglied Yves Mersch vor verfrühtem Optimismus gewarnt. Erste positive Daten sollten auf keinen Fall zu hoch eingeschätzt werden.

HB FRANKFURT/LUXEMBURG. Die Europäische Zentralbank gehe zwar davon aus, dass die Wirtschaft in den Ländern der Währungsunion ab Mitte kommenden Jahres wieder wachsen werde, die ersten positiven Konjunkturdaten dürften aber nicht überbewertet werden, sagte der Chef der Zentralbank von Luxemburg der Börsen-Zeitung.

"Anhand der jüngsten harten Indikatoren können wir lediglich erkennen, dass sich die Geschwindigkeit des Absturzes verlangsamt - aber immer noch in negativem Territorium." Die von vielen Experten ausgemachten "grünen Triebe" seien aus seiner Sicht eher "grüne Wurzeln, die bekanntlich noch unter der Erde wachsen". Die Konjunkturrisiken seien weiter hoch.

Mersch hält den rekordniedrigen Leitzins von einem Prozent deshalb derzeit auch für "angemessen". Noch niedrigere Zinsen kann er sich aber offenbar nicht vorstellen. Ihr Effekt müsse infrage gestellt werden, sagte er. Außerdem gebe es auch handfeste Nachteile. "Die Funktionsfähigkeit von Geldmarktfonds sowie des Interbankenmarktes wäre gefährdet. Und schließlich haben die Banken in einem solchen Umfeld auch keinen besonders hohen Anreiz ihre Bilanzen zu bereinigen." Mersch hat im EZB-Rat Sitz und Stimme und entscheidet mit über den geldpolitischen Kurs in der Euro-Zone.

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