EZB-Präsident
Trichet warnt vor längerem „Inflationsbuckel“

Die Teuerungsrate in der Euro-Zone bleibt nach Ansicht der Europäischen Zentralbank in naher Zukunft über zwei Prozent. Trotz der Abwärtsrisiken für die Konjunktur sieht EZB-Präsident Trichet keine Gefahr für den Euro-Raum. Und wenn, würde die EZB entsprechend einschreiten.

HB BRÜSSEL. Im kommenden Jahr werde sich die Inflation voraussichtlich nur moderat abschwächen, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Mittwoch vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel. Verantwortlich für den jüngsten Inflationsschub seien in erster Linie kräftige Steigerungen bei Nahrungsmitteln und Energie. Diese übten einen starken Inflationsdruck aus, sagte Trichet.

Auch mittelfristig seien die Risiken für die Preisstabilität nach oben gerichtet, warnte der EZB-Präsident. Dagegen bestünden Abwärtsrisiken für die Konjunktur. Allerdings hätten die jüngsten Konjunkturdaten bestätigt, dass die wirtschaftliche Basis der Euro-Zone gesund sei. Trichet betonte, die EZB sei jederzeit bereit zu handeln, um den Teuerungsauftrieb zu begrenzen. Der EZB-Rat werde bestimmt und rechtzeitig handeln, falls dies erforderlich sein sollte.

Die EZB beobachtet Trichet zufolge für ihre weitere Zinspolitik alle Entwicklungen ganz genau. „Der Rat ging davon aus, dass wir total aufmerksam bleiben müssen“, sagte Trichet. Das Niveau der Leitzinsen stehe mittelfristig im Einklang mit der Gewährleistung von Preisstabilität. „Unser Hauptproblem unter den aktuellen Umständen ist es, Zweitrundeneffekte zu vermeiden.“ Die EZB werde alles Notwendige tun, um dies zu verhindern. Sollte es zu Lohn-Preis-Spirale kommen, müsse es darum gehen, dass der vorübergehende „Inflationsbuckel“ nicht dauerhaft werde.

Die Notenbank hatte den Leitzins in der Euro-Zone zuletzt bei vier Prozent belassen und wegen der Finanzmarktkrise auf eine Zinserhöhung zur Inflationseindämmung verzichtet.

Man werde die Entwicklung an den Märkten weiter aufmerksam beobachten, sagte Trichet. Wie andere Zentralbanken in Amerika und Europa pumpt die EZB derzeit Milliardensummen in den Geldmarkt, um eine Geldklemme zu Jahreswechsel zu verhindern.

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