EZB-Ratsmitglied Hurley
„Zinsrichtung geht nach oben“

Nach den Worten des irischen EZB-Ratsmitglieds John Hurley will die Europäische Zentralbank den Leitzins erhöhen.

HB DUBLIN/BRÜSSEL. Seit Anfang dieses Jahres sei die Preisentwicklung im Euro-Raum allgemein ungünstig gewesen, sagte Hurley am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Inflationsgefahren gingen von hohen Ölpreisen, dem Anstieg staatlich festgelegter Preise und Steuern sowie vom stärkeren Wachstum aus. „Angesichts dieser Umstände - und vor allem, wenn sich diese Umstände bestätigen - ist die Richtung der Zinsen aufwärts“, sagte der Gouverneur der irischen Zentralbank.

An den Finanzmärkten wird fest damit gerechnet, dass der EZB-Rat bei seiner nächsten Zinssitzung am 8. Juni im Madrid den Schlüsselzins von zurzeit 2,5 Prozent um mindestens 25 Basispunkte anheben wird. Die Zentralbank hat bereits im Dezember und März den Satz für die Bankenrefinanzierung um jeweils ein Viertel Prozent erhöht, um einen stärkeren Inflationsanstieg zu verhindern. Analysten rechnen mit weiteren Zinsschritten und prognostizieren für Anfang 2007 einen Leitzins von 3,25 Prozent.

Hurley ließ jedoch offen, wie stark die Zentralbank die Zinszügel anziehen wird. Es gebe keine Vorfestlegung. „Wir würden tun, was immer notwendig ist, auf Basis der Daten.“ Der EZB-Rat sei besonders wachsam angesichts der Risiken für die Preisstabilität.

Das EZB-Ratsmitglied Guy Quaden sagte auf einer Wirtschaftskonferenz in Brüssel, die Aussichten für das Wachstum der Wirtschaft seien 2006 besser als 2005. Allerdings seien die Wachstumsraten geringer als in anderen Regionen der Welt. Gründe dafür seien unter anderem kürzere Arbeitszeiten, ein schwächeres Wachstum der Produktivität und Überregulierung.

EU-Währungskommissar Joaquin Almunia sagte am Dienstag, die Probleme beim Wirtschaftswachstum in Europa hingen nicht mit den Zinsen zusammen.

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