EZB startet Anleihekaufprogramm: „Wir sind nicht nur die Zentralbank von Griechenland“

EZB startet Anleihekaufprogramm
„Wir sind nicht nur die Zentralbank von Griechenland“

Ab Montag will die EZB Staatsanleihen kaufen, sagt ihr Chef Mario Draghi. Er überrascht die Märkte außerdem mit sehr positiven Wachstumserwartungen. Die Highlights von Draghis Pressekonferenz im Liveblog.
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FrankfurtDer EZB-Rat hat heute auf Zypern getagt. Dabei äußerte sich EZB-Chef Mario Draghi zu Griechenland und den geplanten Anleihekäufen. Die Highlights seiner Pressekonferenz im Liveblog zum nachlesen.

+++ Analysten von Wachstumsprognosen überrascht +++
„Die EZB-Prognosen für Wachstum und Inflation liegen weit über dem Konsens,“ sagt EZB-Analyst Christian Schulz von der Berenberg. Die EZB sei davon überzeugt, dass QE einen signifikanten zusätzlichen Effekt auf die Wirtschaft haben werde. Ähnlich äußert sich Fachkollege Michael Schubert von der Commerzbank. „Das Wesentliche ist: Die Konjunkturprojektionen wurden deutlicher nach oben genommen als wir das erwartet haben.“ Gleichwohl äußert er sich skeptisch. „Wir glauben nicht, dass dieser Optimismus angebracht ist.“

+++ Griechische und zypriotische Bonds ausgeschlossen +++
Griechische Bonds und Anleihen aus Zypern können die Währungshüter nach Angaben Draghis zunächst nicht erwerben, weil in beiden Ländern die Überprüfung des laufenden Anpassungsprogramms noch nicht abgeschlossen sei.

+++ EZB ist nicht nur die Zentralbank von Griechenland +++
Auf die Frage, ob die EZB griechische Staatsanleihen bald wieder als Sicherheiten akzeptieren werde, nennt Draghi Zahlen. Die EZB habe ihre Kredite gegenüber Griechenland in den vergangenen Monaten auf 100 Milliarden Euro verdoppelt. Dies entspreche einem Anteil von 68 Prozent der jährlichen griechischen Wirtschaftsleistung. „Die EZB ist nicht nur die Zentralbank von Griechenland“, sagt Draghi.

+++ EZB hebt Ela-Limit um 500 Millionen Euro an ++++

Die EZB hat die Grenze, bis zu der die griechische Notenbank die Banken mit Notfallkrediten unterstützen darf, um 500 Millionen Euro angehoben. „Wir haben heute das Ela-Limit um 500 Millionen Euro angehoben,“ sagt Draghi.

+++ Dax verliert kaum +++
Der Dax grenzte seine Gewinne kurz ein, nimmt nun aber seinen Höhenflug wieder auf und notiert bei einem Rekordhoch von 11.517 Punkten um 1,1 Prozent höher. Schon vor Beginn der Pressekonferenz hatte der deutsche Leitindex seine Rekordjagd wieder aufgenommen. Der Bund-Future ging zunächst in die Knie, zog dann aber leicht ins Plus. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg zeitweise auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 0,43 Prozent. Zugleich gaben die Renditen der spanischen und italienischen Pendants weiter nach.

+++ Euro holt während Draghi-Pressekonferenz auf +++
Während der Pressekonferenz von EZB-Chef Mario Draghi hat der Euro wieder aufgeholt. Händler machten dafür auch den überraschend schwachen Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt verantwortlich, der den Dollar-Höhenflug etwas bremste. Zeitweise kletterte die Gemeinschaftswährung wieder über 1,11 Dollar, nachdem sie am Vormittag noch mit 1,1025 Dollar ein 11-1/2-Jahrestief erreichte hatte. Danach pendelte der Euro um 1,1040 Dollar.

+++ Niedrigere Inflationserwartungen für 2015 +++
Die EZB korrigiert ihre Inflationsprognose für 2015 deutlich nach unten auf 0 Prozent – im Dezember war sie noch von 0,7 Prozent ausgegangen. Danach rechnet sie mit einem Anstieg von 1,5 Prozent 2016 und 1,8 Prozent 2017.

+++ EZB hebt Wachstumsprognose an +++
Die EZB hebt ihre Wachstumsprognose deutlich an. Für 2015 rechnet sie mit einem Wachstum von 1,5 Prozent (Dezember: 1,0 Prozent), für 2016 mit 1,9 Prozent (Dezember 1,5 Prozent) und für 2017 mit 2,1 Prozent.

+++ Staatsanleihekäufe beginnen am 9. März +++
Die Europäische Zentralbank (EZB) will ab Montag Staatsanleihen im großen Stil kaufen. Die EZB werde am 9. März mit dem Ankauf von Anleihen beginnen. Das verkündete Mario Draghi soeben auf der Pressekonferenz in Nikosia.

+++ Draghi: „Anleihekäufe zeigen bereits positive Effekte“ +++
Aus Sicht von Draghi sind bereits positive Effekte der Anleihekäufe spürbar. So hätten sich die Finanzierungskonditionen verbessert und die Zuversicht habe zugenommen.

+++ EZB belässt Leitzins bei 0,05 Prozent +++
Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent.

+++ Rentenmärkte vor Draghi-Pk im Stand-By-Modus +++
An den europäischen Rentenmärkten haben sich die Anleger am Donnerstag vor Bekanntgabe von Details zu dem billionenschweren Anleihekaufprogramm der EZB (QE) bedeckt gehalten. Der Bund-Futures notierte mit 158,67 Zählern zehn Ticks niedriger, die ihm zugrundeliegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte 0,375 Prozent und lag damit leicht über dem Rekordtief vom Februar.

+++ Dax erobert Rekordhoch vor EZB-Aussagen +++
Der Dax hat seine Rekordjagd am Donnerstag wieder aufgenommen und eine Bestmarke bei 11 486 Punkten gesetzt. Zuletzt stand der deutsche Leitindex noch 0,80 Prozent im Plus bei 11 481,05 Punkten.

+++ Euro fällt auf Elfjahrestief zum Dollar +++
Der Euro hat am Donnerstag ein neues Elfjahrestief zum Dollar markiert. Im Vorfeld der Bekanntgabe von Details des Wertpapierkaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) verbilligte sich die Gemeinschaftswährung um 0,3 Prozent auf 1,1040 Dollar. Das ist der sechste Verlusttag für den Euro in Folge.

+++ Dax probt vor EZB-Sitzung neuen Rekordlauf +++
Vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag seine Rekordjagd wieder aufgenommen. Der Dax gewann am Morgen 0,57 Prozent auf 11.455,84 Punkte. Der Leitindex blieb damit nur zehn Punkte unter seinem kürzlich erreichten Höchststand.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

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  • EZB STARTET ANLEIHEKAUFPROGRAMM
    „Wir sind nicht nur die Zentralbank von Griechenland“

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    Richtiger wäre zu schreiben oder zu sagen :

    " WIR...die EZB und die EU...sind die die EUROPA gegen die Wand gefahren haben...

    und jetzt noch den Rest nochmal gegen die Wand wieder fahren ! "

    Europa braucht keine Feinde...

    Europa hat die EU-Politiker und die EZB als größter Feind !!! "






  • wie lustig, erst will keiner an Draghi verkaufen, jetzt kauft er, und es stehen statt 1,2 Billionen schon 4 Billionen im Raum. hahahaha

  • "Er überrascht die Märkte außerdem mit sehr positiven Wachstumserwartungen."

    So dämlich sind die Märkte nicht, dass sie von positiven Wachstumserwartungen überrascht wären. Schließlich haben Draghi und Konsorten mit ihrem Rumgepule in der realen Finanzwelt liquide Anlagen der Europäer um 20 % entwertet. Billigproduktionsstätte Europa!! - oder wir machen China und Indien Konkurrenz. In Dollar sind jetzt auch die Schulden der europäischen Staaten um 20% gesenkt worden - klasse, oder? ;-)

    Und niemand geht auf die Straße. -

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