EZB stützt Wirtschaftswachstum
Weitere Zinserhöhungen zu erwarten

Führende Experten und Notenbankpolitiker haben den Zinserhöhungskurs der Europäischen Zentralbank (EZB) bekräftigt.

HB PARIS/FRANKFURT/WIEN. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet selbst sagte in Paris mit Verweis auf Inflationsgefahren: „Sie verstehen, dass wir in dieser Hinsicht sehr, sehr wachsam sind.“ Damit benutzte er eine frühere Formulierung, die Experten zufolge auf eine erneute Anhebung der Zinsen im Juni hindeutet.

EZB-Ratsmitglied Klaus Liebscher von der österreichischen Notenbank sagte auf einer Zentralbankkonferenz in Wien, die Notenbank werde bei ihrem nächsten Treffen das Notwendige tun: Die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität hätten sich nicht abgeschwächt, und die Geldpolitik der EZB stütze weiter das Wachstum der europäischen Wirtschaft.

Vor dem Hintergrund eines robusten Wirtschaftswachstums und bedeutender Inflationsrisiken hat der Geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, die Zentralbanken in Wien zu einer Reduzierung der geldpolitischen Stimulierung aufgerufen. Die in den USA und in der Euro-Zone begonnene Straffung der Geldpolitik bezeichnete Rato als eine „gesunde Bewegung“. Das Tempo der Zinserhöhungen müsse mit den Wachstumsperspektiven und den Inflationserwartungen übereinstimmen. Die Deutsche Bundesbank sieht auf längere Sicht steigende Inflationsrisiken und spricht sich ebenfalls für hohe „stabilitätspolitische Wachsamkeit“ aus. Die Kurzfristzinsen im Euro-Raum stuft sie dabei als weiter „ausgesprochen niedrig“ ein. „Die Preisentwicklung in Deutschland wie im Euro-Gebiet stand erneut im Zeichen der steigenden Energie- und Rohstoffpreise“, erklärte die Bundesbank am Montag in ihrem Monatsbericht.

Vieles spreche zwar dafür, dass sich die Vorjahresraten im weiteren Verlauf dieses Jahres auf Grund von Basiseffekten vorübergehend wieder etwas zurückbildeten. „Auf etwas längere Sicht betrachtet sind die Inflationsrisiken in den letzten Monaten aber weiter gestiegen“, warnte die Notenbank und verwies auch auf die seit längerer Zeit deutlich steigende Geldmenge im Euro-Raum.

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