EZB
Trichet signalisiert weitere Zinsschritte

Die Zinsen im Euro-Raum sind nach den Worten von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet auch nach der jüngsten Zinserhöhung noch niedrig und stützen weiter das Wachstum.

HB FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe den Leitzins wegen gewachsener Inflationsgefahr erneut um 25 Basispunkte auf drei Prozent angehoben, sagte Trichet am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. „Wir werden weiter alle Entwicklungen sehr eingehend beobachten, um die Preisstabilität zu sichern“, betonte der EZB-Chef. Während die Inflationsrisiken zugenommen hätten, seien die Wachstumsaussichten kurzfristig weiter günstig. Allerdings wiesen geopolitische Spannungen auf längerfristige Wachstumsrisiken hin.

Die Finanzmärkten werten die Äußerungen als Zeichen für weitere Zinserhöhungen. Sobald die EZB die Formulierung „sehr eingehend beobachten“ benutzte, erhöhte sie bisher bei der übernächsten Sitzung das nächste Mal die Zinsen. Die Anleihenkurse gaben nach, der Euro legte zu. „Wenn sich unser Basisszenario erfüllt, werden wir die akkommodierende (konjunkturstützende) Geldpolitik weiter entziehen“, sagte Trichet.

Die EZB sieht ein stabiles Preisniveau bei Teuerungsraten knapp unter zwei Prozent gesichert. Die Inflationsrate liegt im Euro-Raum seit geraumer Zeit vor allem wegen der hohen Energiepreise einige Zehntel über dieser Grenze.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte die Märkte mit mehreren Signalen auf die Zinserhöhung vorbereitet. So hatte er auf der Pressekonferenz Anfang Juli überraschend angekündigt, dass der EZB-Rat im August nicht wie in den Sommerferien üblich in einer Telekonferenz entscheiden, sondern persönlich in Frankfurt am Main zusammenkommen sollte. Trichet hatte zudem mehrmals die Signalworte „strong vigilance“ (“hohe Wachsamkeit“) benutzt, die von Beobachtern üblicherweise als Zeichen für bevorstehende Zinserhöhungen gewertet werden.

Seit Ende 2005 hob die EZB den Leitzins in vier Schritten um einen Prozentpunkt an. Der EZB-Rat verringerte dieses Mal den Zeitabstand zwischen zwei Zinsschritten auf zwei von drei Monaten. Die Währungshüter sehen angesichts der besseren Konjunktur, hoher Ölpreise und bevorstehender Steuererhöhungen Gefahr für die Preisstabilität heraufziehen.

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