EZB
Trichet signalisiert Zinsschritt

Klare Signale von Jean-Claude Trichet: Der EZB-Chef hat in seiner Erläuterung zum Zinsentscheid die Notwendigkeit einer weiterhin „hohen Wachsamkeit“ bezüglich der Inflation betont. Damit ist eine Zinserhöhung im Oktober wahrscheinlich, nachdem die Währungshüter den Zeitzins heute noch unverändert bei 3 Prozent gelassenhatten.

HB FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken in gut einem Monat ein weiteres Mal die Leitzinsen erhöhen. Ihr Präsident Jean-Claude Trichet betonte nach der Sitzung des EZB-Rats, dass "starke Wachsamkeit" wesentlich sei, um zu gewährleisten, dass die Risiken für Preisstabilität eingedämmt blieben. Mit dem Begriff "Wachsamkeit" hat die EZB in diesem Jahr alle Zinserhöhungen einen Monat im Voraus angekündigt.

„Die Risiken für die Preisstabilität bleiben aufwärtsgerichtet“, sagte der Notenbankchef. Zum Wachstum äußerte er sich dagegen recht zuversichtlich.

Die Gemeinschaftswährung kletterte bis auf 1,2880 Dollar, nachdem sie unmittelbar vor Beginn der Pressekonferenz der Zentralbank um die 1,2860 Dollar notiert hatte. „Grundsätzlich hat Trichet dem Markt das Gefühl gegeben, dass im Oktober und im Dezember wohl weitere Zinsschritte folgen werden“, sagte Analyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Den wie erwartet ausgefallenen Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten Anleger zuvor ohne nennenswerte Reaktion zur Kenntnis genommen. Der Leitzins wurde unverändert bei 3,0 Prozent belassen.

Den Referenzkurs für den Euro legte die EZB am Nachmittag mit 1,2851 (Vortag: 1,2818) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Wert mit 1,2857 (1,2817) Dollar ermittelt.

In den USA stiegen die Ausgaben für den persönlichen Verbrauch ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie (Core PCE Deflator) im Juli mit 0,1 Prozent nur halb so viel wie erwartet. Der nachlassende Inflationsdruck bestätigte Analysten in ihrer Einschätzung, dass die US-Notenbank (Fed) wohl eine nachhaltige Zinspause einlegen werde. Für die Fed gilt der Core PCE Deflator als wichtiger Indikator zur Inflationsentwicklung.

Weitere Hinweise zur absehbaren Zinspolitik in der weltgrößten Volkswirtschaft erhofften sich Anleger vom monatlichen Arbeitsmarktbericht, der am Freitag zur Veröffentlichung ansteht. Analysten prognostizieren im Schnitt einen Anstieg der Anträge auf Arbeitslosenhilfe außerhalb der Landwirtschaft auf 120 000 im August nach 113 000 im Juli.

Sollte also eine weitere Abkühlung der US-Konjunktur signalisiert werden, dürften sich die Spekulationen auf eine ausgedehnte Zinspause in den USA weiter verstärken. Die Fed hatte bei ihrer August-Sitzung erstmals seit zwei Jahren die Zinsen unverändert gelassen. Zugleich hatte sie aber weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, sollte der Preisdruck in den USA nicht nachlassen. Die US-Zinsen stehen bei 5,25 Prozent.

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