EZB warnt vor Lohn-Preis-Spirale
Wachstum im Euro-Raum schwach

Die Wirtschaft im Euro-Raum ist im zweiten Quartal geschrumpft. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum der 15 Mitgliederstaaten um 0,2 Prozent gegenüber dem ersten Vierteljahr.

HB BRÜSSEL. Dabei schrumpfte die Wirtschaft in Deutschland um 0,5 Prozent, in Frankreich und Italien um jeweils 0,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum wuchs das BIP im Euro-Raum um 1,5 Prozent.

Die Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet für den Euro-Raum auf längere Zeit hohe Inflationsraten und warnt vor einer Lohn-Preis-Spirale. Auf mittlere Sicht bestünden weiter Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität, hieß es im Monatsbericht der Notenbank, der am Donnerstag vorgelegt wurde. "In einem solchen Kontext ist es nach wie vor von entscheidender Bedeutung, breit angelegte Zweitrundeneffekte bei der Lohn- und Preissetzung zu vermeiden." Der EZB-Rat beobachte deswegen die Tarifverhandlungen im Euro-Raum mit besonderer Aufmerksamkeit.

Die Abschwächung der Wirtschaft im zweiten Quartal sei nach dem außergewöhnlich starken Zuwachs zu Jahresbeginn teilweise erwartet worden, hieß es weiter. Was die binnenwirtschaftliche Entwicklung betreffe, seien die Fundamentaldaten dennoch auf mittlere Sicht solide. Das Euro-Währungsgebiet weise keine größeren Ungleichgewichte auf. Die weltwirtschaftliche Expansion werde sich zwar abschwächen, aber dabei relativ robust bleiben und vom anhaltenden Wachstum in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitieren.

Die Währungshüter verteidigten ihre Entscheidung, den Leitzins im August unverändert bei 4,25 Prozent zu belassen. Im September legt die EZB ihre neuen Schätzungen für Wachstum und Inflation vor.

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