EZB
„Zinsanstieg bei Tender kein geldpolitisches Signal“

Bei den längerfristigen Krediten der EZB für den Termingeldmarkt ist es zu einem unerwartet deutlichen Zinsanstieg gekommen. Der Zinsanstieg soll aber kein geldpolitisches Signal sein.

HB ALPBACH/FRANKFURT. Darin spiegelten sich vielmehr die aktuellen Marktbedingungen wider, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch mit. Analysten hatten im Schnitt 4,50 Prozent vorhergesagt. Insgesamt hatten 168 Banken zusammen 119,75 Milliarden Euro geboten - so viel wie noch nie bei einem regulären Langfrist-Tender. „Die Banken suchen nach Liquidität“, sagte ein Händler. Grund sei die Sorge vor einer Kreditklemme.

Da sich die Banken in den vergangenen Wochen untereinander kaum noch Geld leihen wollten, hatte die EZB dem Geldmarkt zusätzliche Kredite in Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt. Damit sollte ein starker Anstieg der kurzfristigen Zinsen und ein Kreditengpass verhindert werden.

Viele Beobachter rechnen wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht mehr mit der ursprünglich für 6. September signalisierten EZB-Zinserhöhung. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte zu Wochenbeginn angedeutet, darauf wenn nötig zu verzichten. Die Zentralbank hat ihren Leitzins seit Ende 2005 von zwei auf vier Prozent verdoppelt, um den Preisauftrieb während des Aufschwungs in Schach zu halten.

Die Krise an den internationalen Finanzmärkten wird sich nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell nicht ausweiten. „Ich bin zuversichtlich, dass das Vertrauen zurückkommt“, sagte die Österreicherin auf einer Veranstaltung im Tiroler Alpbach. Eine Übergreifen der Krise auf andere Bereiche sei nicht zu befürchten. „Eine Ansteckung gibt es nicht.“

Tumpel-Gugerell sprach sich zugleich für eine internationale Aufsicht gegen Finanzkrisen aus. Eine Koordination sei etwa bei Hedge-Fonds, der Rechnungslegung und bei Kapitalanforderungen an Banken wichtig.

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