"Fahrzeugabsatz fällt"
US-Autosektor belastet Einkaufsmanagerindex

Der an den Finanzmärkten stark beachtete Chicagoer Einkaufsmanagerindex zeigt: Das Geschäftswachstum im Verarbeitenden Gewerbe im Großraum Chicago hat sich im Juni unerwartet deutlich verlangsamt. Den starken Rückgang begründeten einige Experten am Mittwoch mit rückläufigen Geschäften im Autosektor.

HB CHICAGO. Der Index fiel auf 56,4 (Mai 68,0) Punkte, wie die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager am Mittwoch mitteilte. Dennoch zeigte der Index mit mehr als 50 Punkten weiterhin eine Expansion in dem Sektor an. Daher beurteilten viele Volkswirte die Daten positiv. Gary Thayer von A.G. Edwards & Sons stellte fest: „Das deutet darauf hin, dass sich die Wirtschaft nicht überhitzt.“ Damit sei es wahrscheinlich, dass die Notenbank Fed noch längere Zeit an ihrer Politik eines maßvollen Tempos bei Leitzinserhöhungen festhalten könne.

Für Mittwochabend wird die erste Zinserhöhung der Fed seit mehr als vier Jahren erwartet. Volkswirte gehen fast einmütig von einer Anhebung um einen viertel Prozentpunkt auf 1,25 Prozent aus. Bereits im Mai hatte die Fed ein „maßvolles Tempo“ bei der Straffung der Geldpolitik angekündigt.

Zum Chicagoer Index sagte Volkswirt Steven Woods von Insight Economics: „Das ist ein sehr, sehr starker Rückgang. Es sieht so aus, als müsse man bis 1974 oder 1975 zurückblicken, um einen Rückgang in dieser Größenordnung zu sehen.“ Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 65,0 Punkte vorausgesagt.

Den starken Rückgang begründeten einige Experten mit rückläufigen Geschäften im Autosektor. „Der Chicago-Index ist viel schwankungsanfälliger als etwa der ISM-Index und ist viel stärker auf die Autoindustrie ausgerichtet“, sagte Mark Vitner von Wachovia Securities. „Und es sieht so aus, dass der Fahrzeugabsatz sinkt.“ Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex gilt als wichtiger Vorlaufindikator für den landesweiten Einkaufsmanagerindex, der am Donnerstag erwartet wird.

Der Beschäftigungsindex fiel auf 53,6 (54,8) Zähler und deutet damit auf ein verlangsamtes Beschäftigungswachstum hin.

Der Index für den Auftragseingang sackte auf 56,8 (74,4) Zähler ab. Dagegen stieg der Index der bezahlten Preise auf 84,5 (80,0) Punkte. Der Dollar und die US-Standardwerte an der Wall Street reagierten auf die Daten mit Verlusten.

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