„Falls nötig gegensteuern“
Inflation alarmiert Bundesbank-Präsident

Bundesbank-Präsident Axel Weber hat sich erneut besorgt über die hohe Inflationsrate im Euroraum gezeigt und ein Gegensteuern der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht ausgeschlossen. Eine Teuerungsrate über zwei Prozent sei auf längere Sicht nicht akzeptabel. Für den Staat allerdings hat die hohe Inflation laut Bund der Steuerzahler auch Vorteile.

HB BERLIN. Die hohe Inflation beschert dem deutschen Fiskus laut Bund der Steuerzahler in diesem Jahr ein zusätzliches Steuerplus in Milliardenhöhe. Wegen der steigenden Preise 2008 nehme der Staat rund 3,9 Milliarden Euro mehr als geplant ein, sagte ein Sprecher und bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Grund sei die Mehrwertsteuer, die anteilig erhoben werde. Sie führe dazu, dass der Staat bei steigenden Preisen höhere Steuereinnahmen erziele.

Bundesbank-Präsident Axel Weber zeigte sich besorgt über die hohe Inflationsrate im Euroraum. Eine Teuerungsrate über zwei Prozent sei auf längere Sicht nicht akzeptabel, sagte Weber der „Bild“-Zeitung zufolge: „Wir müssen das sehr genau beobachten, und falls nötig, als Zentralbank gegensteuern, damit sich der erhöhte Preisauftrieb nicht verfestigt.“

Damit bekräftigte das EZB-Ratsmitglied Äußerungen aus der vergangenen Woche. Das Statistische Bundesamt hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Verbraucherpreise in Deutschland im März im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent (nach EU-vergleichbaren Zahlen um 3,2 Prozent) geklettert sind. Am Montag wurde bekannt, dass die Lebenshaltungskosten in der Euro-Zone im März so kräftig gestiegen sind wie noch nie: Die Verbraucherpreise kletterten binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent, wie das Europäische Statistikamt in einer ersten Schätzung mitteilte.

Wichtig für den weiteren Konjunkturaufschwung sei es, dass die Kaufkraft der Bürger erhalten bleibe. In diesem Zusammenhang wies Weber Darstellungen zurück, der Aufschwung komme nicht bei den Bürgern an: „Die Bürger profitieren sehr wohl vom Aufschwung. Die Masseneinkommen steigen, und in den letzten zwei Jahren haben in Deutschland wieder 1,6 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz gefunden.“

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