Falsche Prognose
Chinas Export wächst weniger schnell

Der kälteste Winter in 50 Jahren und die Eigenheiten des chinesischen Kalenders haben die Exporte der Volksrepublik im Februar deutlich gebremst. Trotz der Abkühlung rechnen die Chinesen aber weiterhin damit, Deutschland den Titel des Exportweltmeisters noch dieses Jahr abzunehmen.

PEKING. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verkauften Chinas Unternehmen nur 6,5 Prozent mehr Waren ins Ausland. Dagegen stiegen die Importe im Jahresvergleich um 35 Prozent, teilte die Zollbehörde mit. Der Handelsüberschuss fiel mit 8,6 Milliarden Dollar unerwartet schwach aus. Im Januar und im Vorjahreszeitraum hatte er jeweils mehr als doppelt so hoch gelegen.

Volkswirte waren zuvor von einem Überschuss im Februar von knapp 22 Milliarden Dollar ausgegangen. Die Diskrepanz erklärten sie vor allem mit den Launen des chinesischen Kalenders. Er wird astronomisch errechnet und legt die Festtage jedes Jahr aufs Neue fest.

Hinzu kam der strenge Winter mit heftigen Stürmen und einem Schneechaos, der den Verkehr und die Wirtschaft in großen Teilen des Landes teilweise stillgelegt hatte. Aber auch die schwächere Nachfrage aus den USA schlug zu Buche. Und schließlich sorgte ein extrem hohes Exportwachstum im Februar 2007 aufgrund einer Steueränderung für einen Basiseffekt, der nun die Statistik verzerrt.

Trotz der Abkühlung des Exportwachstums wird nach wie vor nicht ausgeschlossen, dass China Deutschland noch im laufenden Jahr den Rang als Exportweltmeister ablaufen könnte. In Deutschland waren die Exporte im Januar allerdings trotz des starken Euros um neun Prozent gestiegen. Februarzahlen lagen noch nicht vor.

Sorge bereitet den Chinesen weiterhin die sehr hohe Inflationsrate. Erzeugerpreise stiegen in den zwölf Monaten bis Ende Februar mit 6,6 Prozent so stark wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Das deutet auch auf einen kräftigen Anstieg der Verbraucherpreise im Februar hin. Die Daten werden am Dienstag vorgelegt. Reuters/Bloomberg

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