Februar-Daten
Deutsche Industrie verbucht kräftiges Auftragsplus

In Deutschlands Fabriken laufen die Maschinen auf Hochtouren. Es gilt, einen Rekord-Auftragsbestand abzuarbeiten. Im Februar gingen bei den Betrieben so viele Bestellungen ein wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

HB BERLIN. Die Firmen verbuchten in ihren Auftragsbüchern ein unerwartet kräftiges Plus von 3,9 Prozent gegenüber Januar, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Dazu habe neben überdurchschnittlich vielen Großaufträgen auch die starke Zunahme der Bestellungen aus dem Ausland beigetragen. Im Januar musste die Industrie noch ein Minus von 0,3 Prozent verkraften. Die hervorragende Auftragslage zeigt nach Einschätzung von Experten, dass die Industriekonjunktur weiter rund läuft und die Schwächephase zum Jahresbeginn vorbei ist.

Die Bestellungen aus dem Ausland legten um 6,8 Prozent zu, die Inlandsaufträge um 0,9 Prozent. Insgesamt verbuchten die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge mit 6,9 Prozent den größten Zuwachs. Auch bei den Produzenten von Vorleistungsgütern stieg die Nachfrage um 0,7 Prozent. Das Ordervolumen bei den Herstellern von Konsumgütern legte 0,8 Prozent zu.

Vor allem bei den Herstellern von Investitionsgütern sind dem Ministerium zufolge überdurchschnittlich viele Großaufträge eingetroffen. Hier betrug das Plus allein aus dem Ausland 11 Prozent. Davon dürfte die Industrieproduktion in den kommenden Monaten profitieren.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. Wegen Großaufträgen kann er allerdings von Monat zu Monat stark schwanken. Im stabileren Zweimonatsvergleich Januar/Februar zu November/Dezember stiegen die Auftragseingänge um 1,9 Prozent.

Auch für die kommenden Monate rechnen Experten mit einer Zunahme der Bestellungen. „Der Boom im Verarbeitenden Gewerbe läuft weiter“, sagte Dirk Schumacher von Goldman Sachs. Die Nachfrage im Inland leistet nach Einschätzung von Rainer Guntermann, Volkswirt bei Dresdner Kleinwort, einen steigenden Beitrag zum Wachstum. Dies werde jedoch nicht ganz reichen, um die Folgen der nachlassenden Weltkonjunktur auszugleichen. Auch Gernot Griebling von der LBBW sieht in den steigenden Auftragszahlen ein Zeichen, dass die Konjunktur nach der Delle zum Jahresbeginn wieder Tempo gewinnt.

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