Februar-Daten
Experten schlagen Alarm: US-Eigenheimabsatz bricht ein

Der Verkauf neuer Eigenheime in den USA ist im Februar auf den tiefsten Stand seit fast sieben Jahren gefallen. Die einst so wachstumsstimulierende Branche droht nun Experten zufolge, die US-Konjunktur nach unten zu ziehen.

HB WASHINGTON. Wie das US-Handelsministerium am Montag mitteilte, sank die Zahl der verkauften Eigenheime zum Vormonat um 3,9 Prozent auf annualisiert 848.000. Analysten hatten hingegen mit 985.000 verkauften Häusern gerechnet. Die Verkäufe gingen damit den zweiten Monat in Folge zurück und erreichten den tiefsten Stand seit Juni 2000. Zugleich kletterte das Angebot neuer Häuser am Markt in die Höhe. Die US-Börsen und der Dollar gaben nach den Zahlen deutlich nach.

„Der Rückgang zeigt einen sehr schwachen Wohnungsmarkt“, sagte Gary Thayer, Chefvolkswirt von A.G. Edwards and Sons. „Das lässt erwarten, dass der Häuserbau die Wirtschaft für weite Teile des Jahres hemmen wird.“ Michelle Meyer, Volkswirtin bei Lehman Brothers, geht davon aus, dass der Wohnungsmarkt das US-Wachstum in diesem Jahr einen vollen Prozentpunkt drücken wird.

Die schwachen Daten gehen einher mit einem gesunkenen Vertrauen der US-Investoren, das sich in einer Umfrage vom Montag widerspiegelte. Der UBS/Gallup-Index zum Investorenvertrauen fiel im März auf 78 Punkte von 90 im Februar und wies damit den geringsten Wert seit September aus.

„Wenn das Vertrauen angeschlagen ist, dann verkaufen die Leute Aktien und flüchten sich in Sicherheit“, sagte Cummins Catherwood von Rutherford, Brown und Catherwood. Die US-Börsen gaben nach den Zahlen spürbar nach.

Der Dow-Jones-Index und der breiter gefasste S&P-500 lagen im frühen Handel in New York jeweils rund 0,7 Prozent im Minus. Die Nasdaq gab etwa 0,5 Prozent nach. Der Dollar verlor rund einen halben Cent zum Euro.

Neben den unerwartet schwachen Februar-Zahlen revidierte das Handelsministerium auch die Daten für Eigenheimverkäufe vom Januar nach unten - auf 882.000 von bislang 937.000. Dies bedeutete einen Einbruch zum Dezember um 16,6 Prozent. Der durchschnittliche Preis für ein neues Haus kletterte im Februar binnen eines Monats um 6800 auf 250.000 Dollar. Volkswirte warnen seit Monaten, dass der Boom am US-Immobilienmarkt sich umkehren und damit die Konjunktur nach unten ziehen könne.

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