Fed-Banker alarmiert
US-Verbrauchervertrauen auf 30-Jahres-Tief

Wieder ein Nackenschlag für die USA: Das Konsumklima der weltgrößten Volkswirtschaft hat sich im Oktober wegen der Sorge vor sinkenden Einkommen überraschend eingetrübt.
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New YorkDas Barometer von Reuters und der Universität Michigan fiel im Oktober nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag auf 57,5 Punkte von 59,4 Zählern im Vormonat. Experten hatten einen Anstieg auf 60,2 Punkte vorhergesagt. Die Erwartungen der Verbraucher fielen auf ein 30-Jahres-Tief.

Die weltgrößte Volkswirtschaft leidet unter der hohen Arbeitslosigkeit und einer hohen Verschuldung der privaten Haushalte. Die Konsumausgaben machen gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Die Lage der US-Wirtschaft nach Einschätzung eines Fed-Vertreters sogra noch verschlechtern. Grund ist der Kauf von Staatsanleihen mit langer Laufzeit, der die Handlungsfähigkeit der US-Notenbank einschränken könnte.

Die Zentralbank schade mit der Entscheidung der eigenen Glaubwürdigkeit und könne in der Folge Inflation und Arbeitslosigkeit möglicherweise nicht mehr im Zaum halten, sagte der Direktor der Fed von Minneapolis, Narayana Kocherlakota, am Donnerstag.

Die Federal Reserve hat im September zur Unterstützung der lahmenden Konjunktur beschlossen, bis Mitte kommenden Jahres für 400 Milliarden Dollar lang laufende Anleihen zu erwerben. Parallel sollen aus der in der Krise auf gut 2,9 Billionen Dollar aufgeblähten Bilanz der Fed kurz laufende Treasuries mit Laufzeiten unter drei Jahren im selben Umfang verkauft werden.

Ziel dieser sogenannten „Operation Twist“ ist es, die langfristigen Zinsen zu senken. Dadurch werden - so das Kalkül - Kredite tendenziell billiger. Dies soll Wirtschaft und Verbrauchern helfen.

Kocherlakota gehörte laut den Sitzungsprotokollen zu den drei Notenbankern, die gegen diese Maßnahme gestimmt haben

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die "Amerikaner" können Jobs verlangen soviel sie wollen- es wird keine vollbeschäftigung und auch keine annähernde Vollbeschäftigung mehr geben. Vielmehr wird die Unterbeschäftigung weiter steigen, im gesamten westen. Ständig die bornierten Versuche, das wachstum durch sponsern der finanzindustrie hochzupushen. Daß man vielleicht einmal darüber nachdächte, die arbeit besser zu verteilen- nein. das natürlich nicht. da müßte man ja dem eigenen, nunmehr untauglichen wachstumsfetisch entsagen. Um jeden Preis muß der Wachstumsfetisch aufrechterhalten werden, auch wenn er alles nur noch schlechter macht, auch dann. Auch wenn jedes Kind sieht, daß die zur vollbeschäftigung nötigen wachstumsraten in den nächsten Jahren nie und nimmer erreicht werden, sondern weit darunter bleiben werden.

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