Fed-Chef Greenspan deutet eine aggressivere Zinspolitik an
US-Notenbank warnt vor Inflationsgefahr

Die US-Notenbank Fed hat erstmals seit langer Zeit vor einer steigenden Inflationsgefahr in den USA gewarnt. „Der Inflationsdruck hat sich in den vergangenen Monaten erhöht und die Preismacht (der Unternehmen) ist stärker sichtbar“, schreiben die Notenbanker in ihrer gestrigen Erklärung. Die Fed erhöhte erwartungsgemäß die Leitzinsen um 0,25 Punkte auf 2,75 Prozent.

tor NEW YORK. Die Anleihemärkte reagierten heftig auf den warnenden Ton der Fed. Die Verzinsung der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg binnen Minuten um zehn Basispunkte auf 4,59 Prozent. Die Aktienbörse in New York drehte nach zunächst freundlicher Tendenz ins Minus. Der Dollar kletterte gegenüber dem Euro auf den höchsten Stand seit zwei Wochen. Devisenhändler führten das auf die wachsende Zinsdifferenz zur Euro-Zone zurück, wo die Leitzinsen noch bei zwei Prozent liegen.

Die Fed bleibt trotz der steigenden Inflationsgefahr vorerst bei ihrem Kurs, die stimulierende Geldpolitik in „maßvollen“ Schritten aufzugeben. Allerdings hält Fed-Chef Alan Greenspan die Risiken für Wachstum und Inflation nur noch dann für ausgeglichen, wenn die Notenbank „angemessen“ auf die jüngsten Preisentwicklungen reagiere. Ökonomen sehen darin einen Hinweis, dass die Fed ihre Zinserhöhungen forcieren könnte. „Sie hält zwar an dem Begriff ,maßvoll’ fest, hat aber alles andere geändert“, sagte John Ryding, Chefökonom der Investmentbank Bear Stearns in New York. Ryding rechnet damit, dass die US-Leitzinsen bis Jahresende auf 4,5 Prozent steigen.

Hintergrund der Inflationssorgen sind vor allem die Preissteigerungen an den Öl- und Rohstoffmärkten. Zwar habe sich das bislang nicht in den Verbraucherpreisen niedergeschlagen, so die Fed. Bereits in ihrem jüngsten Konjunkturbericht warnte sie jedoch, dass die Unternehmen wieder in der Lage sind, höhere Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen.

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