Konjunktur
Fed erhöht den Leitzins auf zwei Prozent

Zum vierten Mal in diesem Jahr hat die US-Notenbank (Fed) den Leitzins am Mittwoch um 25 Basispunkte angehoben und weitere moderate Erhöhungen signalisiert. Dies war an den Finanzmärkten erwartet worden.

HB WASHINGTON. Die amerikanische Notenbank (Fed) ist bei den Leitzinsen am Mittwoch mit der Europäischen Zentralbank (EZB) gleichgezogen. Sie erhöhte des Satz für Tagesgeld um 0,25 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent, wie im Euro-Raum. So hoch lagen die amerikanischen Leitzinsen zuletzt im November 2001, wenige Wochen nach den Terroranschlägen.

Eine weitere Erhöhung bei der nächsten Zinssitzung am 14. Dezember wird in Expertenkreisen nicht ausgeschlossen. Das deutete die Notenbank in ihrer Erklärung auch bereits an. Der Offenmarktausschuss halte weitere „maßvolle“ Schritte für möglich. Damit lassen die Zentralbanker Optimismus über die Wirtschaftsentwicklung erkennen.

Zwar drückt der hohe Ölpreis die Wachstumserwartungen, aber geschieht dies auf für europäische Verhältnisse hohem Niveau. Nach erster Schätzung wuchs die US-Wirtschaft im 3. Quartal mit einer hochgerechneten Jahresrate von 3,7 Prozent. Weil das Handelsdefizit im September kleiner ausfiel als erwartet, dürfte diese Schätzung noch nach oben korrigiert werden - von der Annahme ausgehend, dass geringere Importe durch US-produzierte Waren ersetzt werden.

Auch die Arbeitsmarktzahlen lagen im Oktober mit 337 000 neuen Arbeitsplätzen bereits über den Erwartungen. Entscheidend für die nächste Zinssitzung am 14. Dezember dürfte der Arbeitsmarktreport für November sein, der Anfang Dezember veröffentlicht wird.

Die Notenbank hatte den graduellen Anstieg der Leitzinsen seit dem Frühjahr angekündigt. Als Zielgröße gilt ein „neutrales“ Niveau, dass Investitionsanreize bietet, ohne die Preise anzuheizen. Die Bandbreite liegt nach Expertenmeinung zwischen drei und fünf Prozent. Die Fed hat die Sätze in diesem Jahr nach einer einjährigen historischen Tiefzinsphase mit Leitzinsen von 1,0 Prozent vier mal um jeweils einen Viertel Prozentpunkt angehoben.

Die Fed will damit die Inflation in Zaum halten. Im September lagen die Preise im Jahresvergleich 2,5 Prozent höher. Rechnet man den Anstieg der Verbraucherpreise von September auf das Jahr hoch, liegt die Rate aber bei 3,5 Prozent. Fed-Chef Alan Greenspan hat den Einfluss des teuren Öls auf die Preise bislang heruntergespielt.

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