Fed-Konferenz
Bernanke: „Wirtschaftswachstum kehrt zurück“

Nach der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten rechnet US-Notenbankchef Ben Bernanke in den kommenden Monaten mit einer schrittweisen Erholung der Weltwirtschaft. Auf die Aussagen des Fed-Chefs, aber auch auf positive US-Konjunkturdaten reagierten die Märkte euphorisch. Prominente europäische Notenbanker bremsten jedoch den Konjunkturoptimismus.
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HB JACKSON HOLE/WASHINGTON. „Nach einem scharfen Absturz im zurückliegenden Jahr scheint sich die Wirtschaft sowohl in den Vereinigten Staaten als auch im Ausland zu fangen, und die Aussichten für eine Rückkehr auf den Wachstumspfad in der nahen Zukunft scheinen gut“, sagte Bernanke am Freitag zum Auftakt der jährlichen Konferenz der Fed in Jackson Hole. Der Verlauf der Konjunkturerholung werde jedoch steinig und nicht ohne Risiken verlaufen.

„Obwohl wir das Schlimmste verhindert haben, stehen uns noch schwierige Herausforderungen bevor“, betonte Bernanke. Zu diesen „kritischen Herausforderungen“ gehörten etwa anhaltende Schwierigkeiten auf den Finanzmärkten, die sich noch nicht von der schweren, vor zwei Jahren ausgebrochenen Krise erholt hätten. Zudem sei es für Haushalte und Unternehmen derzeit schwierig, ausreichend Kredite zu bekommen. Damit werde die Erholung „zunächst nur relativ langsam verlaufen“. Auch die Arbeitslosigkeit werde vom aktuell hohen Niveau nur graduell wieder sinken.

Die in den vergangenen Monaten getroffenen Maßnahmen von Notenbanken und Politik hätten zu einer Stabilisierung der Finanzmärkte beigetragen, sagte Bernanke. Die Furcht vor einem Finanzkollaps sei seit Herbst merklich zurückgegangen. Insgesamt waren die Maßnahmen demnach effektiv gewesen. Ein Kollaps des Finanzsystem war laut Bernanke im vergangenen Oktober durchaus möglich. Der Fall der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 sei nicht vermeidbar gewesen.

Bernanke forderte erneut eindringlich, dass die Schwächen des Finanzsystems beseitigt werden müssten. Dies betreffe vor allem Fragen der Regulierung und Überwachung. Es sei nur dank des entschlossenen Handelns aller Entscheidungsträger verhindert worden, dass die Krise völlig aus dem Ruder lief. „So schwer wie die Folgen für die Wirtschaft auch waren, der Ausgang hätte deutlich schlimmer sein können.“

Neben den Aussagen des amerikanischen Notenbankchefs traten positive US-Immobiliendaten. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen im Juli deutlich stärker als erwartet. Auf das Jahr hochgerechnet sei die Zahl um 7,2 Prozent auf 5,24 Millionen Einheiten geklettert, teilte die National Association of Realtors (NAR) am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf fünf Millionen Häuser gerechnet. Der Wert für den Vormonat wurde mit 4,89 Millionen Häusern bestätigt.

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