Fed-Konjunkturbericht
US-Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

Das Schlimmste scheint überstanden: Die US-Wirtschaft ist in den vergangenen zwei Monaten leicht gewachsen. Nun werden Stimmen aus der Fed laut, auch die lockere Geldpolitik langsam aufzugeben.
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WashingtonDie amerikanische Konjunktur hat ihr Erholungstempo nach Einschätzung der US-Notenbank Fed in den vergangenen beiden Monaten beibehalten. Die Wirtschaft sei abermals „mäßig bis moderat“ gewachsen, heißt es im Konjunkturbericht (Beige Book) der Federal Reserve vom Mittwoch. Er basiert unter anderem auf der Befragung von Unternehmensvertretern. Acht der zwölf regionalen Notenbankbezirke haben demnach ein mäßiges Wachstum verzeichnet, vier Regionen seien moderat gewachsen, davon eine etwas stärker.

Die Ausführungen gleichen in weiten Teilen vorangegangenen Konjunkturberichten der Notenbank. Entscheidende Hinweise, wann die Fed ihre sehr expansive Geldpolitik wie angekündigt etwas zurücknehmen wird, sind dem Bericht nicht zu entnehmen. Das aktuelle Beige Book fasst die konjunkturelle Entwicklung in den USA von Anfang Juli bis Ende August zusammen.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte seien in den meisten Regionen gestiegen, heißt es in dem Bericht. Ein moderates Wachstum hätten die privaten Bauinvestitionen verzeichnet, die gewerblichen Bauausgaben hätten überwiegend angezogen. Der Arbeitsmarkt zeige weiter Anzeichen einer Belebung, in den meisten Wirtschaftssektoren seien zusätzliche Neueinstellungen vorgenommen worden.

Der Konjunkturbericht der Fed deckt sich nicht ganz mit realwirtschaftlichen Daten. Seit Jahresbeginn hat die US-Konjunktur spürbar an Fahrt gewonnen. Nach einer faktischen Stagnation am Jahresende 2012 hat sich das Wachstum im ersten Halbjahr 2013 deutlich beschleunigt. Im zweiten Quartal lag das Wirtschaftswachstum bei einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,5 Prozent. Der Arbeitsmarkt zeigt seit Monaten einen zumindest moderaten Aufschwung, der krisengeschüttelte Immobilienmarkt hat seinen Tiefpunkt schon lange überwunden.

Angesichts der konjunkturellen Beschleunigung steht die US-Notenbank Fed vor einer geldpolitischen Wende. Im laufenden Jahr will sie ihre milliardenschweren Anleihekäufe, mit denen die Langfristzinsen zwecks Konjunkturbelebung gedrückt wurden, etwas verringern. Derzeit kauft die Federal Reserve Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Wert von monatlich 85 Milliarden Dollar. Viele Fed-Beobachter gehen davon aus, dass dieser Betrag in einem ersten Schritt nur leicht reduziert wird.

Obwohl die Fed ihre seit langem sehr lockere Geldpolitik damit nur geringfügig weniger expansiv fortführen würde, haben die Finanzmärkte bereits stark auf die Ankündigung reagiert. In den USA ist die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen in den vergangenen vier Monaten von 1,6 auf 2,8 Prozent gestiegen. Besonders unter Druck stehen jedoch große Schwellenländern wie Indien oder Brasilien, weil Investoren angesichts steigender Marktzinsen in den Industrieländern massiv Kapital abziehen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Konjunktursteigerungen sind in einer Potemkinschen Wirtschaft auch äußerst leicht statistisch zu erreichen (man denke hier auch an die kürzliche "Neudefinition" des BIP in den USA). Papier ist geduldig - die Bevölkerung, sobald sie dahinterkommt, wie sie über Jahre belogen und für dumm verkauft wurde, deutlich weniger!

    Das Ansteigen der (mittels Swaps nach unten manipulierten) Renditen der Trashuries ist kein gutes Zeichen (für eine ansteigende Konjunktur) sondern im Gegenteil ein Warnzeichen. Steigen sie noch höher, zerreißt es eventuell die mit der Manipulation beauftragten Großbanken und damit das Weltfinanzsystem. Das Säbelrasseln von Team Obama ist möglicherweise dem geschuldet: es soll wohl eine Flucht in die "Sicherheit" der Trashuries ausgelöst werden. Für mich ein wichtiger "Kriegsindikator":

    http://www.bloomberg.com/quote/USGG10YR:IND

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