"Fed muss bei Inflation Führung zeigen"
Poole heizt Zins-Spekulationen an

Der Präsidenten der Federal Reserve Bank of St. Louis, William Poole, hat die Spekulationen um eine Zinserhöhung in den USA erneut angeheizt. Die US-Notenbank Fed müsse bei der Bekämpfung der Inflation ihre Führung zeigen, forderte er.

HB ST. LOUIS. Wenn die Inflationsrate in den USA stärker steigen werde als prognostiziert, dann müsse die Fed die Zinsen schneller und stärker erhöhen als derzeit erwartet, sagte das stimmberechtigte Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Notenbank (FOMC) in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. „So ist es wichtig für die Fed, Führung zu zeigen und auf die bevorstehenden Informationen zu reagieren“, so Poole.

Die Fed hatte zuletzt erklärt, sie erwarte eine moderate Straffung der Geldpolitik, obwohl der jüngste Anstieg der Verbraucherpreise Ängste geweckt habe, dass sich die Inflation in einem gefährlichen Tempo beschleunigen könnte. „Wenn das Signal richtig ist, dann meine persönliche Position wäre, dass es für den Offenmarktausschuss der Fed angemessen wäre, schneller und stärker (mit den Zinsen nach oben) zu bewegen als es derzeit in den Märkten eingepreist ist“, sagte Poole.

Die Kerninflationsrate stieg seit Jahresbeginn aufs Jahr hochgerechnet um drei Prozent. Im Vorjahr hatte der Anstieg des von Lebensmittel und Energie bereinigten Preisindexes nur 1,1 % betragen. Die nächste zinspolitische Sitzung der US-Notenbank findet am 29. und 30. Juni statt. Volkswirte hatten zuletzt mit einer Erhöhung des Schlüsselzinses der Fed um bis zu 50 Basispunkte gerechnet. Derzeit liegt der Satz mit 1,00 % auf dem niedrigsten Niveau seit 1958.

Die Äußerungen von Poole haben an den Finanzmärkten die Zinsspekulationen verstärkt und damit den Dollar gestützt. Höhere Zinsen würden die Dollar-Anlagen an die Investoren attraktiver machen.

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