Fed-Sitzungsprotokolle
Uneinigkeit über Straffung der Geldpolitik

Die regionalen Notenbanken in den USA diskutieren über die Richtung, die die Geldpolitik in den USA einschlagen soll. Uneins sind sie sich über die Anhebung des Diskontsatzes.
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ChicagoEinige führende US-Notenbanker dringen auf eine Verteuerung der Notkredite für Banken. Auf den Fed-Sitzungen im Februar und März sprachen sich zwei Direktoren für einen Anstieg des Diskontsatzes auf ein Prozent vor derzeit 0,75 Prozent aus, wie aus den am Dienstagabend in Washington veröffentlichten Protokollen der Treffen hervorging.

Das Führungsgremium konnte sich jedoch nicht zu einer Erhöhung des Zinssatzes für sehr kurzfristige Ausleihungen durchringen. Zu den Befürwortern einer Anhebung des Diskontsatzes zählen seit Monaten die Federal-Reserve-Banken in Kansas City und Dallas. Die zehn anderen regionalen Notenbanken votieren dafür, den Diskontsatz unverändert zu lassen. Eine Entscheidung über den Satz fällt jedoch der zentrale Fed-Vorstand in Washington. Die regionalen Fed-Präsidenten haben dabei kein Stimmrecht.

Im Februar vergangenen Jahres hatte die Fed den Diskontsatz von 0,5 Prozent auf 0,75 Prozent angehoben und dies mit der verbesserten Lage an den Finanzmärkten begründet. Vertreter der Fed haben in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass ein Anstieg des Diskontsatzes nicht als eine Straffung der Geldpolitik zu verstehen sei und sich die Kreditkosten für Verbraucher und Unternehmen nicht erhöhen würden.

Vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 lag die Spanne zwischen dem Leitzins und dem Diskontsatz bei rund einem Prozentpunkt. Derzeit liegt der US-Leitzins in einem Korridor zwischen null und 0,25 Prozent.

Angesichts der Konjunkturerholung in den USA erwartet das führende Notenbankmitglied James Bullard eine Debatte über eine Straffung der Geldpolitik. „Die Debatte, wie wir aus der lockeren Geldpolitik herauskommen, kommt zum Vorschein“, sagte der Gouverneur der Federal Reserve von St. Louis am Dienstag in einem Interview mit Reuters-Insider TV.

Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung werde diskutiert werden, wie schnell und wie bald die massive Stützung der Wirtschaftsentwicklung zurückgefahren werden könne, fügte Bullard hinzu. Dabei sei es sogar möglich, gleichzeitig die Zinsen anzuheben und die angekauften Staatsanleihen abzustoßen, sagte Bullard. Die US-Notenbank (Fed) hatte im November beschlossen, bis Mitte 2011 Staatsanleihen im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar aufzukaufen, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

Falls die Fed das volle Ankaufvolumen ausschöpfen sollte, wird sie seit Beginn der Krise insgesamt 2,3 Billionen Dollar in die Wirtschaft gepumpt haben. Angesprochen auf die Markterwartungen nach einer Zinsanhebung sagte Bullard, der dieses Jahr im Zinskomitee des Offenmarktausschusses nicht stimmberechtigt ist, es sei nicht unvernünftig, eine Straffung der Geldpolitik im Winter 2011-2012 zu erwarten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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