Finanzkrise
Britische Häuserpreise in freiem Fall

Der Verfall der britischen Wohnimmobilienpreise hat im Januar an Fahrt gewonnen. Doch für Großbritannien gibt es auch einen kleinen Lichtblick.

HB LONDON. Der entsprechende Index der Immobilienvereinigung Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) gab weiter nach. Und auch für die kommenden Monate erwarteten die Experten am Dienstag keine Erholung: Hier fiel der entsprechende Indikator sogar auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung 1998. Zugleich ging das Immobilienangebot zurück. Immer mehr Besitzer entschieden sich RICS zufolge, ihre Häuser und Wohnungen vorerst zu behalten und zu vermieten.

Positive Nachrichten kamen dagegen vom Einzelhandel: Die Branche setzte erstmals seit Mai wieder mehr um. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei 1,1 Prozent, wie der britische Einzelhandelsverband BRC mitteilte.

Der Anstieg sei vor allem auf eine stärkere Nachfrage nach Lebensmitteln zurückzuführen. Dabei spielten zum Teil auch höhere Preise eine Rolle. Der Rückgang im Handel ohne die Nahrungsmittel wurde durch massive Preisnachlässe gebremst. Allerdings warnte der Verband vor allzu großem Optimismus: „Die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust steigt. Das Verbrauchervertrauen ist auf einem Rekordtief. Man muss abwarten, ob der Anstieg im Januar eine Eintagesfliege war“, sagte BRC-Generaldirektor Stephen Robertson.

Großbritannien steckt erstmals seit 1991 in einer tiefen Rezession. Ende 2008 schrumpfte die Wirtschaft so stark wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Zuletzt warnte die Finanzaufsicht wegen der Finanzkrise vor einem noch schärferen Abschwung.

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