Finanzkrise: Die Euro-Welle bricht herein

Finanzkrise
Die Euro-Welle bricht herein

Die EZB stemmt sich mit einer beispiellosen Geldflut gegen die Euro-Krise. Ihre Möglichkeiten sind dabei nahezu unbegrenzt. Erst überhäufte sie die Banken mit Geld. Nun könnte sie bald mit einer Zinssenkung nachhelfen.
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Düsseldorf/FrankfurtNotenbanker sind diskrete Menschen. Nur selten sprechen sie das, was sie vorhaben, direkt an. Ähnlich verhält es sich mit der Rettungspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwar zeigt sich immer mehr, dass die EZB auf keinen Fall zulassen wird, dass Italien - und damit der Euro - gegen die Wand fahren. Dennoch hält sie ihre Rettungsinstrumente im Verborgenen.

Aus gutem Grund. Die schärfste Waffe einer Notenbank ist ihre Gelddruckmaschine. Der offensichtlichste Weg zur Stabilisierung der Eurozone wäre eine massive Intervention am Anleihemarkt - finanziert mit frischen Euros aus der Notenpresse. Da dieses Vorgehen jedoch grade in Deutschland äußerst unbeliebt wäre, greift die EZB zu subtileren Mitteln: Sie überflutet die Märkte auf Umwegen mit Geld.

Erst Ende Dezember stellte sie bei einem historisch einmaligen Geldmarktgeschäft den Banken in der Eurozone fast 500 Milliarden Euro für drei Jahre quasi zum Nulltarif zur Verfügung. Damit wollte sie offensichtlich nicht nur die angeschlagenen Banken stabilisieren, sondern auch die Euro-Krisenstaaten. Statt deren Staatsanleihen selbst zu kaufen, gab die EZB den Banken Unmengen von Billiggeld, damit sie sie kaufen - so das Kalkül. Mit Erfolg: Nach der Aktion sanken die Risikoaufschläge für Anleihen der Krisenländer tatsächlich.

Der nächste Schritt könnte nun eine weitere Zinssenkung sein - womöglich schon bei der Sitzung an diesem Donnerstag. Seit seinem Amtsantritt hat der neue EZB-Chef Mario Draghi die Zinsen bereits zweimal um jeweils 0,25 Prozentpunkte auf heute 1,0 Prozent gesenkt. Damit scheint das Ende der Fahnenstange jedoch noch nicht erreicht. Nach Einschätzung der meisten Experten des EZB-Schattenrats, eines renommierten Expertengremium des Handelsblatts, sollte die Europäische Zentralbank ihren Leitzins noch weiter senken. „Die EZB sollte ihren Leitzins weiter senken, denn dadurch reduzieren sich auch die Zinsen, die kleine und mittlere Unternehmen bezahlen müssen“, forderte etwa Jean-Michel Six, Europa-Chefvolkswirt der Ratingagentur Standard & Poor’s.

Das ist auch die Empfehlung der großen Mehrheit der 15 Schattenratsmitglieder an die EZB. Von diesen votierten elf für eine sofortige weitere Zinssenkung. Vier Mitglieder plädierten dafür, den Leitzins bei einem Prozent zu belassen, teils weil sie erst einmal die Wirkung der bisher beschlossenen Maßnahmen abwarten wollen, teils weil sie die Zinspolitik derzeit für nebensächlich halten.

Die lockere Zinspolitik der EZB hat noch einen weiteren positiven Effekt: Seit November vergangenen Jahres befindet sich der Euro auf Talfahrt. Während der Euro Ende Oktober noch über der Marke von 1,40 Dollar notierte, fiel er zu Jahresanfang unter 1,30 Dollar. Ein weicher Euro macht die Exporte aus den Ländern der Eurozone billiger und hilft den Peripherieländern in zweierlei Hinsicht: Einerseits, weil er ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert und andererseits weil er die Refinanzierung für sie und ihre Unternehmen erleichtert.

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  • Die EZB ist die größte bad bank der Welt, und wir haften (mit). Am meisten ärgert mich, daß die Steuerzahler in Ländern mit funktionierender Steuerverwalter zur Kasse gebeten werden, während in Ländern wie Italien oder gar Griechenland mangels funktionierenden Steuereinnahmen das Privatvermögen pro Kopf wesentlich höher ist. Und diese Reichen bringen das wenige Geld, das sie in ihrem Land noch haben, jetzt auch noch außer Landes. Würde Italien ganz normal Steuern einziehen, hätte es weder diese Staats-verschuldung (die sich übrigens aufgrund maastricht-gerech-ter Neuverschuldung nicht verändert hat!) noch diese Refi-nanzierungsprobleme. Das Problem ist m.E., daß der Euro-vertrag einfach nicht gelebt wird, so daß die Finanzmärkte total verunsichert sind: wenn die geschriebenen Regeln und Gesetze (u.a. "kein Euroland haftet für das andere"!) nicht gelten, was gilt denn dann??? Wer bestimmt, was gilt??? Herrscht Unsicherheit, wird nicht investiert. Erinnern wir uns, welche Zinssätze für Staatsanleihen die einzelnen Ländern bieten mußten, bevor der Euro kam! Wenn die Schulden vergemeinschaftet werden, wird es früher oder später Krieg geben, weil der Hass zwischen Geber- und Nehmerländer ins Unermeßliche steigen wird.

  • Die EZB ist die größte bad bank der Welt, und wir haften (mit). Am meisten ärgert mich, daß die Steuerzahler in Ländern mit funktionierender Steuerverwalter zur Kasse gebeten werden, während in Ländern wie Italien oder gar Griechenland mangels funktionierenden Steuereinnahmen das Privatvermögen pro Kopf wesentlich höher ist. Und diese Reichen bringen das wenige Geld, das sie in ihrem Land noch haben, jetzt auch noch außer Landes. Würde Italien ganz normal Steuern einziehen, hätte es weder diese Staats-verschuldung (die sich übrigens aufgrund maastricht-gerech-ter Neuverschuldung nicht verändert hat!) noch diese Refi-nanzierungsprobleme. Das Problem ist m.E., daß der Euro-vertrag einfach nicht gelebt wird, so daß die Finanzmärkte total verunsichert sind: wenn die geschriebenen Regeln und Gesetze (u.a. "kein Euroland haftet für das andere"!) nicht gelten, was gilt denn dann??? Wer bestimmt, was gilt??? Herrscht Unsicherheit, wird nicht investiert. Erinnern wir uns, welche Zinssätze für Staatsanleihen die einzelnen Ländern bieten mußten, bevor der Euro kam! Wenn die Schulden vergemeinschaftet werden, wird es früher oder später Krieg geben, weil der Hass zwischen Geber- und Nehmerländer ins Unermeßliche steigen wird.

  • Und dann gehen die Goldraketen bis zum Mars.

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