Finanzkrise
EU senkt Konjunkturerwartungen deutlich

Die EU-Kommission hat wegen der Finanzkrise, der US-Wirtschaftsflaute und hoher Rohstoffpreise ihre Konjunkturerwartungen für Europa kräftig nach unten geschraubt. Auch mit Blick auf die Inflation in Europa prognostiziert die Kommission für dieses Jahr nichts Gutes. Vor allem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy droht Ärger.

BRÜSSEL. Für das Eurogebiet erwartet Brüssel 2008 nur ein Wachstum von 1,7 Prozent, das ist ein halber Prozentpunkt weniger als noch im Herbst vergangenen Jahres angenommen. Wie die Kommission am Montag in Brüssel in ihrem Frühjahrs-Konjunkturgutachten mitteilte, dürfte die Wirtschaft im kommenden Jahr um 1,5 Prozent wachsen.

Die EU-Behörde beurteilt die Konjunktur in Deutschland dabei zuversichtlicher als die Bundesregierung. Die deutsche Wirtschaft werde im laufenden Jahr voraussichtlich um 1,8 Prozent wachsen und im kommenden Jahr um 1,5 Prozent, hieß es. Die EU-Behörde liegt damit für das laufende Jahr um 0,1 Punkte über der Berliner Prognose, für das kommende Jahr sogar um 0,3 Punkte.

Obwohl sich das Wachstum weiter abschwächen werde, könne die Wirtschaft die Krise bisher aber gut verkraften, so lautet die Einschätzung der Kommission.

Der weltweite drastische Preisanstieg von Öl und Nahrungsmitteln wird in diesem Jahr nach der jüngsten Prognose der EU-Kommission die Teuerungsrate in Europa über drei Prozent treiben. Die Kommission hob ihre Inflationsprognose für die Euro-Zone 2008 im Vergleich zur Zwischenprognose im Februar um gut einen halben Prozentpunkt auf 3,2 Prozent an.

In der gesamten EU erreicht die Jahresteuerungsrate sogar 3,6 Prozent. „Der zurzeit importierte Inflationsdruck ist ein Grund zur Sorge“, erklärte EU-Währungskommissar Joaquin Almunia in Brüssel.

Vor allem Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy steuert auf einen Defizit-Konflikt mit Brüssel zu. Wie die EU- Kommission mitteilte, erwartet sie für das laufende Jahr für Frankreich ein Staatsdefizit von 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das dann im kommenden Jahr auf 3,0 Prozent ansteigen dürfte. Damit würde Frankreich – als einziges Euro-Land – wieder die Maastrichter Defizitschwelle erreichen.

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