Finanzkrise
Euro-Arbeitslosenquote auf Zehn-Jahres-Hoch

Die Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone im Frühjahr auf den höchsten Stand seit fast zehn Jahren getrieben. Vor allem Spanien leidet unter den Folgen der Krise. Auch in Deutschland steig die Erwerbslosenquote. Und ein Ende ist laut Experten noch lange nicht absehbar.

HB BRÜSSEL. In den 16 Ländern, die den Euro als Währung benutzen, waren im April 14,58 Mio. Menschen ohne Arbeit, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag in Brüssel mitteilte. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote kletterte von 8,9 auf 9,2 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit September 1999.

Am schlechtesten lief es in dem Monat auf dem spanischen Arbeitsmarkt: Hier kletterte die Quote abermals um fast einen Prozentpunkt auf 18,1 Prozent, bevor sie im Mai wieder zurückging. Vergleichsweise glimpflich kamen die niederländischen Beschäftigten davon: Die Arbeitslosenquote lag im April nur bei drei Prozent.

Die Erwerbslosenquote in Deutschland stieg nach der Statistik der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) binnen Monatsfrist auf 7,7 Prozent. Wegen der schärfsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bis 2010 weiter steigen wird. Die Kurzarbeit hat bisher Schlimmeres verhindert. Die Bundesagentur für Arbeit hält es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Zahl noch in diesem Jahr die Vier-Millionen-Grenze überschreitet. Im Mai waren 3,46 Mio. Menschen erwerbslos.

In den 27 Ländern der Europäischen Union waren den Angaben zufolge im April fast 21 Mio. Menschen ohne Arbeit, die Quote stieg auf 8,6 von 8,4 Prozent.

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