Finanzkrise
Fed und EZB weiten Dollar-Liquiditätshilfen aus

Die nach wie vor angespannte Lage am Geldmarkt zwingt die Notenbanken zu einer Ausweitung ihrer milliardenschweren Geldspritzen. Die Liquiditätshilfen sollen nun häufiger, nämlich alle zwei Wochen in den Markt gegeben werden.

HB WASHINGTON. Wie die Federal Reserve am Freitag in Washington mitteilte, erhöht sie ab kommenden Montag das Volumen ihrer für jeweils zwei Wochen laufenden Sonderrefinanzierungsgeschäfte auf 75 von bislang 50 Milliarden Dollar. Zudem würden die Abmachungen mit anderen Notenbanken erneuert, nach denen diese Dollar in ihre jeweiligen Bankensysteme pumpen können. Die dafür zur Verfügung gestellten Summen würden verdoppelt und die Laufzeit bis Ende Januar kommenden Jahres ausgeweitet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) teilte mit, sie werde ihre Dollar-Tender auf 25 Milliarden Dollar aufstocken. Auch die Schweizer Notenbank erhöhte den Umfang ihrer Dollar-Auktionen auf maximal zwölf Milliarden Dollar. Die Liquiditätsspritzen sollen nun häufiger, nämlich alle zwei Wochen in den Markt gegeben werden. Der EZB-Rat habe beschlossen, diese Maßnahmen so lange fortzusetzen, wie es die Lage erforderlich mache, hieß es aus Frankfurt. Großbritannien nahm an dem Schritt am Freitag indes nicht teil.

Die wichtigsten internationalen Zentralbanken versuchen seit Ende vergangenen Jahres mit gemeinsamen Aktionen die Lage am Geldmarkt in den Griff zu bekommen. Das Problem ist, dass sich die Banken wegen der internationalen Finanzkrise untereinander nicht mehr vertrauen. Deshalb sind sie auch nicht mehr bereit sich untereinander Geld zu leihen. Der Markt aus dem dies normalerweise geschieht, der Geldmarkt, steht deshalb seit Monaten unter Spannung.

Die Federal Reserve greift in ihrem Kampf gegen Finanzkrise und drohende Rezession seit Monaten tief in die Trickkiste. Sie stellt den Banken seit dem Jahreswechsel nicht nur eine besondere Kreditlinie zur Refinanzierung (Term Auction Facility), sondern hat binnen weniger Monaten die Zinsen massiv gesenkt. Erst am Dienstagabend verbilligte sie das Geld für die Banken erneut, der Leitzins - der in den USA der Zielsatz für den Geldmarkt ist - sank auf nur noch zwei Prozent. Parallel senkte die Fed auch den Diskontsatz, zu dem sich Banken über Nacht bei der Zentralbank Geld leihen können.

Die britische Notenbank kündigte unterdessen an, dass sie den Banken des Landes erlauben wird, eine größere Reserve bei der Zentralbank zu halten. Dadurch sind die Institute bei der Refinanzierung nicht mehr so stark auf den Geldmarkt angewiesen. Die Bank of England hat ihren Leitzins seit Ausbruch der Finanzkrise im vergangenen Sommer ebenfalls mehrfach gesenkt.

Sowohl Fed als auch die Bank von England hatten zuletzt aber signalisiert, dass die Phase rasant sinkender Zinsen bald enden könnte. Die EZB hatte sich den beiden Zentralbanken wegen der hohen Inflation in der europäischen Währungsunion nicht angeschlossen und den Leitzins seit Juni 2007 bei vier Prozent belassen. Der EZB-Rat entscheidet am kommenden Donnerstag über die Zinsen in der Euro-Zone. Ökonomen rechnen nicht mit einer Änderung.

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