Finanzkrise
Island erhöht Leitzins um sechs Prozentpunkte

Island kämpft weiter um eine Stabilisierung der Krone: Die Zentralbank des Landes hob nur zwei Wochen nach einer Zinssenkung den Leitzins wieder massiv an. Derweil konkretisierte Ministerpräsident Haarde den Kapitalbedarf, den Island brauche, um sich von der Finanzmarktkrise zu erholen.

HB REYKJAVIK/STOCKHOLM. Die isländische Notenbank habe den Zinssatz von zuvor 12,0 auf 18,0 Prozent erhöht, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Erst am 15. Oktober hatte die Zentralbank der Atlantik-Insel den Leitzins um 3,5 Prozentpunkte auf 12,0 Prozent gesenkt.

Islands Staatshaushalt gilt wegen des faktischen Zusammenbruchs der drei größten Banken als akut gefährdet. Das Land steht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in jedem Fall vor "sehr harten Zeiten" und müsse für dieses Jahr mit einem Minus beim Bruttoinlandsprodukt von zehn Prozent rechnen. Die Währung der kleinen Inselrepublik mit 320 000 Einwohnern hat in den letzten zwölf Monaten knapp drei Viertel ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren. Die drei größten Banken gingen de facto bankrott und wurden vom Staat übernommen. Die Institute hatten mit Summen spekuliert, die die Wirtschaftsleistung des 320 000 Einwohner zählenden Inselstaats um ein vielfaches überstiegen.

Der Inselstaat im Nordatlantik hat beim IWF, bei seinen nordischen Nachbarn und Russland um finanzielle Hilfen gebeten.

Nach Angaben von Ministerpräsident Geir Haarde braucht Island insgesamt rund sechs Mrd. Dollar (4,9 Mrd. Euro), um sich von der Finanzmarktkrise zu erholen. Zusätzlich zu dem IWF-Kredit in Höhe von zwei Mrd. Dollar brauche das Land weitere vier Mrd. Dollar, sagte Haarde am Dienstag der Nachrichtenagentur AP in Helsinki. Die IWF-Finanzierungslinie an das vom Staatsbankrott bedrohte Island ist der erste Kredit an ein westliches Land seit 1976.

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