Finanzkrise: Trichet schreibt 2009 ab

Finanzkrise
Trichet schreibt 2009 ab

Die Volkswirtschaften wichtiger Staaten werden nach Einschätzung von Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), im laufenden Jahr schrumpfen. Erst das Jahr 2010 dürfte einen Aufschwung bringen, meint Trichet.

HB BASEL/FRANKFURT. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat das gerade begonnene Jahr bereits abgeschrieben und rechnet erst 2010 mit einer leichten Erholung der Weltwirtschaft. 2009 würden die Wachstumszahlen in allen wichtigen industrialisierten Volkswirtschaften negativ sein, sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag nach einem Treffen der Zentralbankgouverneure bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. Dem Abwärtstrend könnten sich auch die Schwellenländer nicht entziehen.

Der Abschwung in Folge der Finanzkrise habe sich im zurückliegenden vierten Quartal nochmals beschleunigt, zeichnete Trichet ein düsteres Bild der Lage. Zu den Konsequenzen daraus für die Geldpolitik der EZB wollte sich Trichet wenige Tage vor dem nächsten Zinsentscheid der Notenbanker nicht äußern. Die EZB hatte Anfang Dezember den Leitzins uvon 3,25 auf 2,5 Prozent gekappt - so stark wie noch nie. Analysten rechnen auch an diesem Donnerstag mit einer weiteren Zinssenkung. Ungewiss ist aber deren Umfang.

Die Erwartung einer deutlichen Zinssenkung der EZB setzte den Euro unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel am Montag bis auf 1,3328 Dollar, bevor sie sich wieder auf Niveaus um 1,34 Dollar erholte. Händlern zufolge begannen Investoren bereits, sich für die Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag zu positionieren.

Nach Einschätzung der meisten von der Agentur Reuters befragten Volkswirte werden die Notenbanker wegen der düsteren Perspektiven für die Wirtschaft die Zinsen um 50 Basispunkte auf zwei Prozent senken. Am Markt verbreitet sich allerdings die Ansicht, dass die EZB die Zinsen um 75 Basispunkte reduziert; einige Anleger rechnen sogar mit einem Schritt um einen ganzen Prozentpunkt. „Sollte die EZB eine Senkung um 25 Basispunkte oder sogar überhaupt keine vornehmen, wäre das eine große Enttäuschung“, prognostizierte ING-Zinsstratege Padhraic Garvey.

Den Referenzwert des Euro legte die EZB bei 1,3394 Dollar fest. Am Freitag war der Kurs - noch vor einem deutlichen Rückgang in Folge der US-Arbeitsmarktdaten - bei 1,3684 Dollar festgesetzt worden. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) sank der Euro auf 1,3412 (1,3715) Dollar.

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