Finanzmarkt-Experten
ZEW-Konjunkturerwartungen brechen ein

Die Konjunkturerwartungen der Finanzmarkt-Experten für Deutschland haben sich im September unerwartet stark eingetrübt. Der ZEW-Index sank auf den tiefsten Stand seit Januar 1999. Der Aktienmarkt reagierte mit spürbaren Kursverlusten. Doch Alarmsignale werden längst nicht von allen Wirtschaftsforschungsinstituten gesehen.

HB BERLIN. Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzmarktexperten im September erneut deutlich verdüstert. Das vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Konjukturbarometer ging im Vergleich zum Vormonat von minus 5,6 auf minus 22,2 Punkte zurück. Damit fiel der aus einer Umfrage unter rund 300 Analysten und institutionellen Anleger ermittelte ZEW-Indikator den achten Monat in Folge und erreichte den tiefsten Stand seit Januar 1999.

Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang des ZEW-Indikators auf minus 7,8 Punkte gerechnet. Die aktuelle Lage bewerteten die vom ZEW befragten Finanzmarktprofis mit 38,9 nach 33,6 Punkten im August erneut positiver. Die Erwartungen für die Euro-Zone gaben allerdings deutlich auf minus 10,2 von 1,3 Punkten nach.

Das ZEW führt den Rückgang unter anderem auf die anstehende Mehrwertsteuererhöhung zurück. Außerdem werde mit einer schwächeren Nachfrage nach deutschen Exportgütern gerechnet.

Der Aktienmarkt reagierte mit spürbaren Kursverlusten. Anleihen legten dagegen zu, da die Sorge über kräftige Zinserhöhungen der EZB nachließen. Der Dax fiel um 0,8 Prozent. Der Bund-Future weitete kurzzeitig seinen Gewinn auf bis zu 29 Ticks aus, fiel aber rasch wieder zurück.

„Ich bin sehr überrascht. Denn insbesondere der Ölpreis ist stark gefallen, ich hätte deshalb erwartet, dass die Teilnehmer (an der ZEW-Umfrage) das eingepreist hätten“, sagte Andreas Rees von der HypoVereinsbank. Der ZEW-Indikator deute einerseits auf eine harte Landung der Konjunktur bis hin zur Rezession hin - der Ifo-Index andererseits auf eine weiche Landung.

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